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Hof 1 e r.
Häretiker. 13. April 1328. Er konnte anführen, dass das
Ausschreiben von Perugia nachträglich von vierzig Magistern,
Baccalauren etc. aus England und Avignon, welche nicht in
Perugia gewesen, bekräftigt worden, so dass klar sei, er und
das Capitel hätten nicht etwas Zweifelhaftes festgestellt, sondern
nur das allgemein Festgestellte zur allgemeinen Kenntniss
bringen wollen. Der Papst habe ihn ungerecht und unvernünftig
augefahren; daraus folgerte er, zu seinem Auftreten
berechtigt zu sein. Mit Recht Schlimmes für sich befürchtend,
wenn die Sache ruchbar wurde, verliess er am 26. Mai 1328
heimlich Avignon, er entkam glücklich den ihm nachgesandten
Verfolgern und landete am 9. Juni in Pisa, wo er sich in
Sicherheit befand. Es war bereits in Rom erfolgt, was Michelino
sein Werk (opera sua) nannte.
Einundzwanzig Franciskaner, welche in Folge der Hinrichtung
der vier in Marseille verbrannten Brüder eingekerkert
worden, fanden Gelegenheit zu entrinnen. Wir fliehen, schrieben
sie, nicht den Orden, aber seine Mauern, nicht das Ordenskleid
aber seine Fetzen, nicht den Glauben, aber die Maske
des Glaubens, nicht die Kirche, aber eine blinde Synagoge,
nicht den Hirten, aber den Wolf, der die Heerde zerreisst. Wie
nach dem Tode des Antichrist seine Anhänger vernichtet werden,
so werden nach dem Tode dieses Papstes von uns und unseren
Anhängern alle Verfolger vernichtet und für immer alle unbilligen
Sentenzen gegen uns, oder besser gegen Christus, gegen
das Leben, gegen die Vollkommenheit, gegen das heilige Evangelium
vernichtet werden. 1
Der Krieg auf Lehen und Tod war erklärt. Er war
bereits in Rom in bisher beispielloser Weise geführt worden.
Es ist sehr eigenthümlich, dass, als die Appellation des
Minoritengenerals in Avignon fertig wurde, auch Ludwig der
Baier in Rom mit den Vorbereitungen fertig geworden war,
die den Papst als Häretiker darstellen und seine Absetzung,
ja noch mehr %ls dieses, legalisiren sollten. Diesmal war der
Schauplatz nicht das Capitol, sondern der grosse Platz vor der
1 Hist, liter. XXLV, p. 109. Andere verkündeten den Untergang' der Franciskaner,
wie Gui Bonatti (1. c. p. 119). Ebenso wurde eine Prophezeiung
der hl. Hildegarde auf sie angewendet.