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Hofier.
richs II., besessen, dem Könige von Aragon als päpstliches
Lehen übergab. Der Infant Friedrich von Aragon sollte
romäischer Kaiser werden, Sicilien an das Haus Anjou zurückkehren,
dem laugen Kriege um Sicilien und der Erbitterung
der Völker ein Ende bereitet werden. In gleicher Weise suchte
der Papst den Krieg zwischen England und Frankreich, der
die Feindschaft zwischen beiden Ländern verewigte, zu beseitigen,
die Erhebung eines deutschen Königs nicht vom
Ausgange blutiger Schlachten abhängig zu machen, zuletzt das
Kaiserthum wieder herzustellen, und als der Plan in Betreff
des aragonesischen Infanten scheiterte, sollte der Enkel K. Ludwigs
IX., der Franzose Karl von Valois, Bruder K. Philipps IV.,
Kaiser werden. Allein alle diese Pläne, die eine neue Erhebung
des Abendlandes, eine Organisation des christlichen Staatensystemes
zum Hintergründe hatten, scheiterten an den Zerwürfnissen
mit dem französischen Könige, welcher Ende 1302
die Vermittlung des Papstes zurückwies, Papst Bonifacius erst
für einen Ketzer erklären liess, dann ein allgemeines Concil
verlangte, an welches er schon im Voraus appellirte, dasselbe
aber nicht abwartete, sondern den Tag, ehe die Bannbulle
über ihn verkündet werden sollte (8. September 1303), den
Papst durch Wilhelm von Nogaret und dessen in Toscana gesammelte
Banden in Anagni (7. September 1303) überfallen liess;
wo nicht misshandelt, doch gefangen gehalten, dem Tode nahe
wurde Bonifacius erst am 9. September von den Bürgern
seiner Vaterstadt befreit. Er ging von da nach Rom, wo er
mehr als achtzig Jahre alt den Aufregungen der letzten Wochen
erliegend und vom Hasse ,des neuen Pilatus* über das Grab
verfolgt, bis zum Unsinne gelästert, am 11. October 1303 starb,
nachdem er sich seinen Feinden gegenüber wie ein Heros der
alten Zeit benommen, ungebeugt das Aeusserste ertragen. Sein
Nachfolger Benedict XI. (Nicolaus Boccasino, Cardinalbischof
von Ostia) war einer der zwei Cardinäle, welche den Papst in
Anagni nicht verlassen, Predigermönch, welcher in Rom
erwählt, schon daran dachte, den Sitz dos Papstthums nach
dem Norden zu verlegen, aber in Perugia 7. Juli 1304 so
plötzlich starb, dass man an Vergiftung glaubte. In Perugia
wurde dann auch Bertrand de Got, Erzbischof von
Bordeaux, in seiner Abwesenheit 5. Juni 1305 zum Papste