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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 91. Band, (Jahrgang 1878)

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HSfler.

heit  wieder  in  den  Vordergrund  traten  und  nicht  mehr  die
Strömungen  der  italienischen  Politik  die  Päpste  ausschliesslich
zu  beherrschen  schienen.
Jetzt  aber  folgten  rasch  erst  Innocenz  V.  aus  dem
Predigerorden,  der  nach  sechs  Monaten  starb  1276;  Adrian  V.
(Fiesco),  Neffe  Papst  Innocenz’  IV.,  der  sein  Papstthum  nur
auf  vierzig  Tage  brachte;  dann  Johann  XXI.  ein  Portugiese,
der  von  dem  Einsturze  des  päpstlichen  Palastes  zu  Viterbo
getödtet  wurde  16.  Mai  1277.
Der  rasche  Wechsel  des  Pontificates  gab  Anlass,  dass
die  alten  Parteien  im  Cardinalscollegium  wieder  erwachten  und
der  Streit  der  Guelfen  und  Ghibellinen,  der  Italien  zerfleischte,
sich  dahinzog.  Auf  den  Orsino  Nicolaus  III.,  1277,  der  nur
etwas  über  drei  Jahre  regierte  und  am  23.  August  1280  plötzlich ­
  starb,  wurde  der  Franzose  Martin  IV.  (von  Tours)  gewählt, ­
  1281—1285,  dessen  Pontilicat  wieder  die  Streitigkeiten
um  Sicilien,  der  Zwist  der  Königshäuser  von  Sicilien  und  Aragon ­
  verschlang;  dann  folgte  IJonorius  IV.,  1285  —  1287,  aus
dem  römischen  Hause  der  Savelli,  dann  der  frühere  Ordensgeneral ­
  der  Minoriten,  Nicolaus  IV.,  1288—1292,  und  unter
diesen  Päpsten  die  steigende  Zerrüttung  Italiens,  des  deutschen
Reiches,  der  ganzen  Ordnung  der  Dinge,  so  dass  nur  von
einem  heiligen  Manne  die  Wiedereinrichtuug  der  aus  den
Fugen  getretenen  Welt  erwartet  wurde.  Darum  wurde,  der  eilfte
Papst  seit  Innocenz  IV.,  der  Einsiedler  Peter  von  Morrone
gewählt,  Cölestin  V.  Es  ist  derselbe,  von  dem  Bernard  Guidouis
erzählt,  er  habe  bei  seinen  Lebzeiten  und  nach  seinem  Tode
Wunder  (miracula)  verrichtet.  Sein  Nachfolger  Bonifacius  VIII.
habe  jedoch  bei  seinen  Lebzeiten  viel  Wunderbares  gethan
(mirabilia),  aber  seine  Wunder  seien  noch  zuletzt  ganz  wunderbar ­
  zu  Ende  gegangen.
Wie  Innocenz  III.  (1198—1216)  an  der  Schwelle  zweier
Jahrhunderte  stehend,  mit  kraftvoller  Hand  die  Lebenselemente
des  scheidenden  wahrte,  dem  kommenden  seine  Richtung  vorzeichnete, ­
  stand  dann  auch  Bonifacius  VIII.  (1294—1303)
zwischen  den  beiden  Jahrhunderten  der  höchsten  Entfaltung
der  geistlichen  Macht,  bemüht  sie  in  der  Vereinigung  der
beiden  höchsten  Gewalten  zusammenzuhalten,  aber  bereits  in
einen  Kampf  mit  Frankreich  verwickelt,  der  ärger  begann,  als
            
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