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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 91. Band, (Jahrgang 1878)

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Hofier.

und  dem  Christenthmne  eingetreten,  der  grosse  Sieg  der  christlichen ­
  Könige  bei  las  Navas  1212  erfolgt,  der  die  Eroberung
der  Balearen,  Valeucia’s  und  Andalusien’s  anbaliute.  Hätte
aber  Don  Pedro,  König  von  Aragon,  1213  bei  Muret  über  den
Grafen  Simon  von  Montfort  gesiegt,  statt  daselbst  Krone  und
Leben  einzubiissen,  die  ,Ketzer'  hätten  ein  königliches  Plaupt
erlangt,  K.  Johann  von  England  sich  vielleicht  an  sie  angeschlossen. ­
  Die  Gefahr  war  so  gross,  dass  1220  selbst  der  Kaiser
sich  gegen  sie  erklärte,  Acht  und  Bann  über  sie  verhängt
wurden,  das  Volk  von  einem  unbestimmten  Gefühle  der  Besorgniss
  in  Betreff  seines  Glaubens  ergriffen,  selbst  Justiz  zu  üben
anfing  und  eine  genaue  Untersuchung,  inquisitio,  nothwendig
erschien,  um  Schuldige  von  Unschuldigen  zu  trennen.  Die  einzelnen ­
  Gemeinden  schlossen  sich  Statuten  massig  gegen  das  Eindringen ­
  der  Häresien  ab  1  und  so  entstand  allmälig,  vor  Allem
aber  in  Folge  der  Kaisersentenz  vom  Jahre  1220  die  Uebung,
dass  politische  Rechte  nur  demjenigen  zukamen,  welcher  den
katholischen  Glauben  bekannte.  Staaten  und  Gemeinden  erklärten ­
  sich  allgemein  für  exclusiv  katholisch  und  als  ein  Theil
der  späteren  Ghibellinen  sich  an  die  Secten  anschloss,  hat
dieses  nicht  wenig  zum  Siege  der  Guelfen  beigetragen,  zur
Vernichtung  ihrer  Gegner.  Allein  die  Wendung  der  Dinge
wäre  nicht  so  rasch  noch  so  entschieden  erfolgt,  wenn  nicht
eine  allgemeine  Reform  des  Clerus  wie  der  Laien  in  dem
Augenblicke  durch  zwei  Orden  eingetreten  wäre,  in  welchem
eher  an  eine  Reducirung  der  so  zahlreichen  Orden  als  an  ihre
Vermehrung  gedacht  wurde.  Auch  hier  traten  die  Romanen
massgebend  ein.

1  Garampi  in  seiner  lehrreichen  Storia  della  B.  Chiara  di  Rimini.  Roma
1755.  4.  dissert.  IV  führt  die  Bulle  Papst  Lucius  III.  vom  2.  Oct.  1185  an
den  Bischof  und  Clerus  von  Rimini  an:  quod  nuper  cum  de  fugandis
haereticis  edictum  quoddam  communi  fuerit  deliberatione  statutum  et
scripto  puhlico  adnotatum  quod  succedentes  sibi  rectores  in  regimine
civitatis  se  jurare  deberit  annis  singulis  servaturos,  nuper  potestas  quae
ad  civitatis  regimen  est  assumpta  juramentum  illud  favente  populo
praetermisit.  Verum  etiam  Patarenorum  principes  qui  primo  ejecti  fuerunt
ex  magna  parte  ut  dicitur  redierunt.  Es  gab  in  Rimini  einen  eigenen
Vieus  Pataraniae.  Es  handelte  sich  um  das  Dasein  und  keine  Partei  war
gewillt,  die  andere  zu  dulden.
            
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