Die romau. Welt und ihr Verhältnis« .zu den Keformideen des Mittelalter«. 281
Spaniens und seiner Befreiung vom Joche der Saracenen
ebenso zusammenhängt, wie die Geschichte von Jerusalem, des
heiligen Landes, Cyperns, Rliodus’ und Malta’s mit der der
Johanniter und des schon 1312 1 aufgehobenen Templerordens.
Man kann aber diese Schöpfungen des romanischen Adels
nicht erwähnen, ohne des hohen Ordens der Trinitarier zu
gedenken, den Johann von Matha aus adeligem Geschlechte
(geboren zu Foucon in der Grafschaft Nizza 1160) mit zwei
Einsiedlern gegen Ende des zwölften Jahrhunderts 2 zur
Auslösung von Kriegsgefangenen stiftete und der dann in
Portugal 1223 seine Nachahmung fand. Er ging von Marseille
aus, Tunis und Marokko waren die Hauptorte seiner Thätigkeit,
die Tausenden die Freiheit aus der drückendsten Sklaverei
gewährte. Auch der Orden der Humiliaten gehört noch
hierher, obwohl dieser mit den Kreuzzügen nichts zu schaffen
hat, wohl aber mit den Kämpfen Arduin’s von Ivrea um die
lombardische Krone (1017). 3 Sie bildeten eine Genossenschaft
von Männern und Frauen, die dem Privatbesitz entsagend durch
gemeinsame Arbeit ihren Lebensunterhalt verdienten und an
dem industriellen Aufschwünge Italiens, namentlich Mailands
sich wesentlich betheiligten.
So umfasste denn die Action des romanischen Adels
zwei ganz verschiedene Seiten des Lebens, jede aber mit zwingender
Gewalt. Einerseits unermüdlich in Gründung von
Königreichen und Herrschaften, schien sein ganzes Augenmerk
nur darauf gerichtet, die Welt sich dienstbar zu machen, und
über Angelsachsen und Araber, über Romäer und Berbern, über
Astorga) das Haupt gaben, entstand 1161 unter Ferdinand König von
Leon nach der Kegel des hl. Augustin. La Fuente V, p. 130.
1 Die Aufhebung erfolgte nicht per modum definitivae sententiae, sondern
per modum processionis seu ordinationis apostolicae zu Vienne am
22. März 1312 (Hefele, Conciliengesch. VI, S. 467). Jacob von Molay
und der Grosspräceptor der Normandie wurden am 11. März 1314
verbrannt.
2 1198.
3 Bestätigt als Orden erst 1201. Tiraboschii vetera Humiliatorum monumenta.
Mediolani 1766—1768, S. 3. Vergl. auch Preger Beiträge S. 212.
Es scheint einige Zeit eine Verwechslung ihrer mit den pauperes de
Lugduno stattgefunden zu haben.