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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 91. Band, (Jahrgang 1878)

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Hofier.

vom  Untergänge  der  schwäbischen  Dynastie  bis  zum  dauernden ­
  Besitze  des  Königthums  und  Kaiserthums  durch  die  alemannischen ­
  Habsburger,  als  ein  Gegensatz  zu  allen  anderen
Reichen  da,  so  bildeten  zwar  die  romanischen  Staaten  kein
politisches  Ganzes  wie  das  deutsche  Reich,  sie  schienen  jedoch
längere  Zeit  durch  besondere  politische  Verbindungen  mit  den
Päpsten  sich  in  einem  päpstlichen  Staatensysteme  zu  vereinigen, ­
  in  welches  nur  Castilien  und  Frankreich  einzutreten  sich
weigerten.  Es  ist  nicht-  zu  sagen,  welche  Veränderungen  in
Europa  stattgefunden  hätten,  wenn  Otto  I.  nicht  die  Verbindung ­
  Deutschlands  mit  Italien  eingeleitet,  die  Kaiserkrone  für
den  deutschen  König  erworben  hätte.  Nur  dadurch  wurde  der
völlige  Sieg  der  Romanen  aufgehalten,  die  nun  vergebliche
Anstrengungen  machten,  zu  den  vielen  und  mächtigen  Königreichen, ­
  die  sie  rastlos  erwarben,  auch  das  Kaisertlmm  hinzuzufügen. ­
  Als  das  deutsche  Kaiserthum  ihnen  verschlossen  blieb,
wurde  es  in  Constantinopel,  in  Morea  gesucht,  bis  die  französischen ­
  Könige  im  Anfänge  der  neueren  Zeit,  Karl  VIII.,
Franz  I.,  jenes  für  Frankreich  zu  gewinnen  trachteten.  Eine
Thätigkeit,  mit  welcher  sich  die  der  Deutschen  gar  nicht  vergleichen ­
  lässt,  führte  die  Romanen  zu  ununterbrochener  Staatenbildung, ­
  im  Westen,  im  Süden,  im  Osten  von  Europa,  auf
den  drei  grossen  Halbinseln,  die  in  das  mittelländische  Meer
auslaufen,  auf  den  Inseln,  die  sie  umsäumen,  an  der  Küste
von  Asien  wie  von  Afrika.  Die  Verbindung  des  maritimen
Elementes  mit  dem  continentalen  zeichnete  die  Romanen  vor
den  Deutschen  aus  und  gab  ihnen  eine  Beweglichkeit,  Vielseitigkeit ­
  und  Ausdehnung,  die  den  Deutschen  fehlte.  Der
dreifache  Kampf  mit  den  Päpsten,  der  zur  Unterwerfung  von
Canossa,  von  Venedig  und  endlich  zur  Vernichtung  des  alten
Kaiserthums  zu  Lyon  1245  führte,  verlieh  den  Romanen  ein
Uebergewicht,  das  ihnen  nicht  mehr  entrissen  werden  konnte,
und  es  war  nun  ein  eigenthümlicher  Gegensatz,  als  die
Deutschen  in  inneren  Kämpfen  ihre  Aufgabe  erblickten,  die
nur  zur  Verkleinerung  ihres  Reiches  führten,  die  Romanen
aber  Deutschland  politisch  umspannten,  das  Papstthum  sich
eigen  machten,  die  Wissenschaft  beherrschten,  ihre  Königreiche ­
  vermehrten,  Anstalten  trafen,  Europa,  Afrika,  Asien  zu
umklammern.  Als  der  Versuch  K.  Friedrichs  II.  (f  1250)  eine
            
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