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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 91. Band, (Jahrgang 1878)

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Hofier.

erlangte  gleichzeitig  mit  seinem  burgundischen  Vetter,  der
Castilien  gewann,  die  Grafschaft  Portugal,  die  bald  zum
Königreiche  erhoben,  an  der  Entdeckung  und  Eroberung-Afrikas
  einen  so  rühmlichen  Antheil  nahm,  ihre  Geschichte
mit  der  Afrika’s,  Asien’s  und  selbst  auch  Amerika’s  verband.
Ehe  noch  die  Kreuzzüge  zur  Eroberung  Jerusalems  Westund
  Südeuropa  in  Bewegung  setzten,  begann  eine  Schaar  normannischer ­
  Ritter  unter  Führung  der  Söhne  Tancreds  von
Hauteville  die  Eroberung  Apuliens,  Calabriens,  Siciliens,  die
erst  zur  Begründung  süditalischer  Grafschaften,  dann  Herzogthümer,
  endlich  1130  des  Königreiches  beider  Sicilien  führte.
Und  wie  das  neue  Königreich  Portugal  seine  Unabhängigkeit
von  Castilien  dadurch  sicherte,  dass  es  päpstliches  Zinsland
wurde,  sicherte  das  normannische  Königreich  Sicilien  seine
Unabhängigkeit  von  dem  deutschen  und  romäischen  Kaiserreiche ­
  durch  die  Anerkennung  des  Papstes  als  obersten  Lehensherrn. ­
  Gleichzeitig  mit  der  Begründung  eines  apulischen
Herzogthums,  das  der  Papst  zu  Lehen  gibt,  war  die  Begründung ­
  des  normännischen  Königthums  in  England  durch  den
Herzog  Wilhelm  von  der  Normandie  1066  erfolgt.  Dieser  weist
jedes  Lehensverhältniss  seiner  Königskrone  zu  dem  römischen
Stuhle  zurück,  ohne  jedoch  die  Zwitterstellung  verhindern  zu
können,  dass  der  neue  König  durch  seine  französischen  Lehen
Vasall  des  französischen  Königs  blieb,  als  König  von  England
ihm  ebenbürtig  zur  Seite  stand.  Als  die  Kreuzzüge  nach  Jerusalem ­
  begannen,  ward  Herzog  Gottfried  von  Nieder-Lothringen,
  Vasall  K.  Heinrichs  IV.,  erster  König  von  Jerusalem
1099.  Nach  seinem  frühen  Tode  folgte  ihm  sein  Bruder  Balduin, ­
  Fürst  von  Edessa,  als  zweiter  König  des  allerheiligsten
Königreiches  nach.  Die  Deutschen,  im  Streite  mit  den  Päpsten
begriffen,  überliessen  die  Eroberung  den  Romanen.  Nach  dem
Königthume  der  Lothringer  kam  das  der  Grafen  von  Rethel
durch  Balduin  II  de  Bourg  en  Rethelois  1  (j*  1131),  das  Fulco’s
Grafen  von  Anjou  (de  Tours  et  du  Mans,  f  1142),  Vater
Gottfried  Plantagenets,  welcher  1127  die  Erbin  der  normannischen ­
  Könige  Englands,  die  Tochter  K.  Heinrichs  1.  heirathete.
Das  Haus  des  Guy  von  Lusignan,  der  1186  zum  Könige

1  Du  Cange,  Les  familles  d’Outre-mer  par  M.  Rey.  Paris  1869,  p.  12.
            
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