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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 91. Band, (Jahrgang 1878)

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Muth.

gemeinarisches  Erbe,  so  liätte  ihre  hohe  Bedeutung  bei  dem  Volke,
das  im  Wodan  den  dem  Hermes  analogen  Gott  vor  allen  verehrte, ­
  nichts  Auffallendes;  dem  steht  jedoch  entgegen,  dass
wir  im  eigentlichen  Mythus,  den  wir  freilich  nur  in  nordischer
Form  besitzen,  ihr  fast  gar  nicht  begegnen,  es  sei  denn  latent
in  den  Doppelpaaren,  die  sich  aber  durch  die  Dioskuren  und
ihre  Gegner  erklären.  Doch  kommt  es  vor,  dass  uralte  Züge,
die  in  anderen  Quellen  längst  fallen  gelassen  worden  waren,
in  jüngsten  wieder  auftauchen  —  ich  verweise  auf  die  Uebereinstimmung
  des  Siegfriedsliedes  oder  Einzelnes  im  Anhänge
des  Heldenbuches  mit  der  nordischen  Tradition  —,  so  könnte
auch  hier  ein  Stamm  verloren  haben,  was  ein  anderer  bewahrte; ­
  aber  die  Sache  hängt  doch  zu  sehr  in  der  Luft,  um
nur  als  einigermassen  sicher  gelten  zu  können.  Besser  und
einfacher  erklärt  sich  die  Anwendung  der  Vier  als  grosse  Zahl
aus  dem  in  ihr  liegenden  Begriffe  der  Allseitigkeit,  wie  sie
ja  auch  der  ziffermässige  Ausdruck  für  die  Haupthimmelsrichtungen ­
  ist.  Als  grosse  Zahl  hat  sie  zuerst  Beneke  zu  Iwein
821  erkannt;  demnach  sind  tüsent  unde  viere  tausend  und
noch  vier,  d.  h.  noch  viele  darüber  oder  kurzweg  viel  mehr
als  tausend,  ebenso  natürlich  104  (die  RA.  S.  218  L.  falsch
erklärt  sind,  denn  104  =  26  X  4  ist  gewiss  zufällig)  und  54;
diese  grosse  als  Zugabszahl  drückt  also  überhaupt  eine  unbestimmte, ­
  sehr  grosse  Menge  aus,  einen  Zahlbegriff,  der  nicht
ziffermässig  ausgedrückt  wird  und  bei  dem  auch  durchaus
nicht  an  Unendlichkeit  oder  absolute  Grösse  gedacht  werden
darf:  für  den  besonderen  Fall,  etwa  als  Gefolge,  als  Kämpfer
Nib.  1234,  2014,  sind  es  nur  eben  sehr  viele.  (Vgl.  Klage  119).
Es  scheint,  bevor  weiter  gegangen  wird,  am  Platze,  die
erwähnte  Zugabszahl  eingehender  zu  erwägen.  Zunächst  ergibt
sich  aus  dem  eben  Gesagten,  dass  sie  als  bestimmte  ziffermässige ­
  Angabe  einen  unbestimmten  Begriff  ausdrückt;  dies
wird  bestätigt  durch  Formeln,  wie:
Kudr.  2,  2.  er  het  siben  fürsten  laut.
dar  inne  het  er  recken  vier  tüsent  oder  mere.
Nib.  397,  2.  PrünMlde  recken,  die  truogen  swert  en  haut,
fünf  hundert  oder  mere.
596,  1.  Vil  degen  swert  da  nämen,  sehs  hundert  oder  bare.
1243,  2.  er  vuorte  tüsent  ritter  unde  dannoch  vier.  uö.
            
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