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Mutli.
Formen, die streng althochdeutsch dem nordischen Freyr und
Freya entsprächen; dass je irgendwo unter diesen Namen
Götter wirklich verehrt wurden, fehlt jedes Zeugniss) ersetzt
ist: Istio = Wodan, Irmin = Zio, Ingo — Fro (Müllhff. bei
Schmidt a. a. 0. S. 258).
Es war nothwendig, bei dieser Untersuchung etwas ausführlicher
zu werden, weil eben selten derartige Resultate mit
solcher Sicherheit festgestellt werden können und dann, weil
neuestens die mythische Grundlage Nicolaus’ radical bestritten
worden ist: Nicolaus und die Berhta seien nichts als die personificirten
Kalendertage, der 6. December und der 6. Januar!
(Mannhardt, Wald- und Feldculte II. 185 Note). Begründet
wird dies damit, dass bei den Rumänen (!) die Wochentage
überhaupt, in Schweden und an wenigen Orten Deutschlands
angeblich der Donnerstag und Freitag hypostasirt werden. Aber
es ist an sich unkritisch, Nicolaus und Berta zusammenzuwerfen,
weil von dem ersteren nie behauptet worden ist, dass er unter
diesem Namen eine heidnische Gottheit gewesen, die letztere
aber keine christliche Heilige vom 6. Januar ist. Was die gelehrte
Vermuthung oder Behauptung betrifft, Perahta sei nur
eine Verdeutschung der Epiphaneia, so ist dieselbe nicht mehr
werth, als wenn man das Julfest und die daran schl.iessenden
zwölf Nächte deshalb läugnen wollte, weil die heiligen Feste
des Christenthums auf denselben Zeitpunkt fallen.
Nicolaus ist nicht der personificirte Nicolaustag mit einem
Vegetationsdämon verschmolzen — wie früher Schwartz den
ganzen Mythus meteorologisch, will Mannhardt denselben
agrarisch deuten -—, sondern im Sinne des Volkes ein Wasserpatron;
ein katholischer Schutzheiliger hat überall die Stelle
einer mächtigen, gütigen, lichten Gottheit eingenommen; das
allein erledigt die mit vieler Sicherheit vorgetragene, freilich
sehr bequeme Hypothese — denn als ,Kalendertage' kann man
die mythologischen Probleme, wie dies a. a. 0. S. 186 auch
geschieht, reihen- und dutzendweise abthun.
Die Berhta zu vertheidigen, ist hier nicht der Platz. Ich
verweise nur auf das, was über Götterpaare, Mann und Weib
oder Bruder und Schwester, uranische und tellurische Gottheit
Weinhold HZ. 7, 11, Müllenhoff a. a. O. S. 217 sagen und
sehe gar keinen Grund das Paar der Berchtunge aus der