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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 91. Band, (Jahrgang 1878)

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Mutli.

Was  man  sonst  an  Reminiscenzen  an  andere  Dichtungen
findet,  ist  wenig-  und  nicht  immer  sicher.  Der  Anfang  erinnert
an  Nib.  325,  besonders  L.  4  =  Nib.  325,  2;  die  Anklänge  L.
91.  95  an  1688,  2.  859  können  zufällig  sein,  aber  nicht  L.
200  f.  (v  Nib.  1721;  man  bemerke  auch  L.  243  rv>  Nib.  1675,  4;
unzweifelhaft  nachgeahmt  ist  L.  751  oj  Nib.  282,  1.  760,  3.  —
Zu  Hartmann  notire  ich  L.  253  gurre  Iw.  4941,  L.  310  wunder ­
  tcre  Erec.  9301.  10044;  Uebereinstimmuug  im  metrischen
Gebrauche  L.  1046.  Erec.  2198  A.  Heinr.  298.  Beneke  zu  Iw.
3870),  L.  524.  dlrest  zu  Iw.  7740.  Wichtiger,  weil  den  Laurin
noch  enger  an  die  ältere  Spielmannsdichtung  knüpfend,  ist  die
meines  Wissens  noch  nirgends  berührte  Congruenz  L.  151  f.
(v  Orendel  1210  f.  (163  =  1256).
III.  S.  Nicolaus  und  Rftmolt  der  kuchenmeister.
Ein  Grundfehler  in  der  Methode  der  deutschen  Mythologen
besteht  darin,  dass  sie  unkritisch  Nachrichten  und  Notizen  aus
Quellen  heterogenster  Natur  combiniren,  ohne  zuvor  zu  prüfen,
ob  sich  dieselben,  wenn  auch  auf  das  gleiche  mythische  Thema,
doch  auch  auf  das  gleiche  Entwicklungsstadium  desselben  beziehen. ­
  Häufig  hat  man  betont,  dass  wir  nicht  kurzweg  die
eddischen  Mythen  als  unser  Eigenthum  in  Anspruch  nehmen
dürfen,  sondern  dass  dieselben  einen  ausgesprochenen  Localcharakter ­
  tragen,  so  dass  kein  Element  der  nordischen  Darstellung
als  gemein  deutsch  gelten  kann,  bevor  es  nicht  anderweitige
Bestätigung  empfangen.  Müllenhoff  hat  HZ.  12,  353  betont,  dass
die  oberdeutsche  Ueberlieferung  im  Volksepos  wie  in  Localsagen ­
  Mythen  meist  in  einer  älteren  Gestalt  bewahre  als  die
Edda,  zu  deren  System,  das  spät  und  künstlich  ist,  mitunter
in  der  dänischen  Quelle,  den  beiden  ersten  Büchern  des  Saxo
Grammaticus,  ein  Uebergang  vermittelt  wird.  Umgekehrt  hat
man  bei  Sammlung  und  Sichtung  des  Sagenmateriales  wenig
danach  gefragt,  inwieweit  der  Charakter  anderer  Stämme  darin
ausgeprägt  sei  und,  ob  denn  wirklich,  was  sich  an  einem  Punkte
Deutschlands  als  altüberliefert  und  mythisch  begründet  herausstellt, ­
  auch  auf  einen  gemeingermanischen  Mythus  zurückzuführen ­
  sei.  Das  heisst:  inan  hat  übersehen,  dass  es,  wie
Stufen  der  Sprachenentwicklung,  so  auch  Stufen  der  Mythen-
            
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