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Mutli.
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vorzugehen. Als masculinum zu Prünhilt galt Bruno; nur auf
bairisch - österreichischem Gebiete mochte man einem Bruno
einen Kuno (u und uo) zur Seite stellen. Nehmen wir nun an,
dass abermals eine Uebertragung der Sage, eine Wanderung
nach einem andern Locale unter entgegengesetzten Umständen
eintrat: die gewöhnlicher klingenden Namen der beiden Brüder
wurden beibehalten, der ungewöhnliche der Jungfrau vergessen;
nun aber bildete man aus dem Namen des einen, den
man für den Freier ansah, hier zufällig Kuno den Namen
Kiinhilt, der haften blieb, als sich wieder aus einem äusseren
Anlasse (Besitz des Rosengartens?) der Laurinmythus, an diesen
letzten Ort schmiegte.
Die Deduction ist umständlich und klingt sehr unwahrscheinlich;
sie erhält aber ganz anderes Gewicht in dem Moment,
in dem wir die Sage mit Bruno und Kuno nachweisen können.
Dann ist die Ableitung dieser Namen von dem in der Heldensage
längst feststehenden Prünhilt das wahrscheinlichste und
umgekehrt die Ableitung der Form Kiinhilt von jenen: zur
Vermittlung muss nothwendig zweimalige Wanderung der Sage
angenommen werden.
Eine solche Sage aber lebt.
Sie ist localisirt auf der Burg Aggstein (ald Schrecken,
erbaut von Jörg Schröckinwald) oberhalb Mölk an der Donau.
Dort zeigt man noch heute die unzugänglichste Stelle, eine
Plattform auf halber Plöhe eines Thurmes, die den Namen
Rosengarten von altersher führen soll.
Zwei Brüder, Bruno und Kuno, lieben leidenschaftlich
eine Jungfrau, Namens Eisbet 1 und entführen sie auf ihre
Burg Aggstein; sie erwidert die Liebe Brunos, den Kuno aus
Eifersucht erschlägt; Eisbet in der Gewalt des Ungeliebten, im
Rosengarten gefangen gehalten, gibt sich durch einen Sprung
über die Zinnen den Tod.
Aggstein liegt in Oesterreich, auf einem schroffen Felsen,
im Mittelgebirge. Reime wie 219 obene : vögele, 647 biderbe :
ividere, 1465 brünege : menege sind uns nur in dem Kreise der
österreichischen Volks- und Hofepik begegnet in den Nibelungen,
Biterolf, Klage.
1 Hier ist demnach eine ältere, ungewöhnliche Namensform der unorganischen,
banalen gewichen.