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Mutk
Konrad von Würzburg. An seinem Werke ist noch die Naht
sichtbar, die beide Theile verbindet, Vers 5135: nü merket wie daz
hüebe sich, daz das ist das Unglück Dietrichs, von dem schon
in den Schlussworten des ersten Abschnittes die Rede ist.
Konrad selbst behauptet nach einem lateinischen Gedichte gearbeitet
zu haben, v. 212 er habe die äventiure ,von lat.ine in
rime gerihtet‘ und
v. 6490 hie st des m ceres gnuoc ge.saget,
wan ez nü gar ein ende hat.
von Wirzeburc ich Kuonrät
hän ez von latine
ze tiuscher Worte schine
geleitet und gerihtet.
Es ist kein Grund vorhanden, an seiner Angabe zu
zweifeln, somit wird seine Quelle ein Gedicht nach der Art
des Leiches ,de Lantfrido et Cobbone' MSD. Nr. XXIII sein ;
was weiter zurückliegt, darüber freilich sind wir im Unklaren.
Konrad nennt seine Dichtung ein mcere; an volksthümliclien
unhöfischen Ausdrücken ist kein Mangel (adj. mcere 2656. 2829,
niete 2116. 3892, vürhiiege 4818, vgl. v. 3170 u. v. a.); uns
ist sie wichtig, weil sich an ihr mit seltener Klarheit die allmälige,
stufenweise nach normalen unbewusst angewandten, also
Sprachgesetzen gleich wirkenden Grundsätzen fortschreitende
Entwicklung einer an sich unbedeutenden Variante, eines Seitenastes
vom grossen Stamme der Heldensage, verfolgen lässt;
wie solche wohl allenthalben umliefen, samrat und sonders
auf einige wenige Typen zurückzuführen, durch Differenzirung,
Polyonymie, locale Einflüsse, entstanden; dann aber neben den
grossen Epen durch Homonymie, Contamination, literarische
Einflüsse Untergängen oder höchstens, wie wir es an einem
Beispiele weiter unten zeigen werden, als lose angeknüpfte
Episoden in den epischen Cycleu sich verloren.
II. Zur Frage um Heimat und Alter des Laurin.
Es soll im Folgenden ein Versuch gemacht werden, eine
der in der vorhergegangenen Erörterung ausgesprochenen, deducirten
Normen als Kriterium für die Heimatsbestimmung
einer Dichtung wenigstens mittelbar auszunützen.