222
Strobl. Bert hold von Regensburg und der Scbwabcnspiegel.
fast allein unser ganzer Besitz von deutschen Predigten Bertholds
zurückgeht, entstanden sind. Salimbene, der Zeitgenosse,
rühmt zwar den Prediger Berthold so, dass man sieht, er habe
seine deutschen Predigten im Auge: gekannt hat er von ihm
aber nur lateinische, von denen er zwei — Jugendarbeiten
Bertholds, wie sich nachweisen lässt —• namentlich anführt.
Auch Roger Bacon spricht in sehr unbestimmten Ausdrücken
von Berthold als Prediger. Das waren zwar Fremde, denen
vielleicht deutsche Sammlungen nicht zu Gesichte kamen. Aber
auch ein deutscher, etwas jüngerer Zeitgenosse, der Berthold
noch gekannt hat, spricht nicht deutlicher. Es ist Lamprecht
von Regensburg, der unsern Prediger zweimal in seinem Leben
des Franciscus nennt; einmal heisst er da — ob mit Rücksicht
auf seine Rede? — der suzze perhtolt (Pfeiffer Uebungsbuch
Seite 71). Unter solchen Umständen wird man sich nicht mehr
wundern, wenn der Verfasser des Schwabenspiegels nur vier
Predigten kennt.