Berthold 312, 23.
und dann aber der (geswistride)
chinde chint, diu heben!
die dritten sippe, diu stent
och an dem dritten lide, da
diu band an den arm stözet.
Diu dritten kint, der geswistride
dihter, habent die
dritten sippe; die stent an dem
dritten sippelide, da die arme
an die hende stözent.
Während der deutsche Spiegel Seite 37 hier nur kurz
sagt In dem lide der liende der dritte. Man merke auch den
Ausdruck Schwabenspiegel die sippe heben, Berthold die sippe
haben. Es wird auch Berthold 312, 17 mit dem Schwabenspiegel
zu lesen sein Vater unde muoter da ist niht zweiunge.
Alleinige Quelle für den Schwabenspiegel war aber hier Berthold
so wenig als im früheren Falle.
Eine andere Stelle, wo sich trotz Rockinger eine nähere
Beziehung zwischen Berthold und dem Schwabenspiegel nicht
wird leugnen lassen, ist jene, welche vom Meineid handelt,
Lassberg 170, Berthold 266, 5 f. Rockinger glaubt, es lasse
sich hier für den Schwabenspiegel eine grössere Anlehnung an
eine andere Quelle als an die Predigten Bertbolds geltend
machen. Es sei dies die Summa de poenitentia des Raimund
von Peniafort.
Die Stelle ist wichtig, ich setze die Parallelen aus dem
Berthold und dem Schwabenspiegel hierher indem ich die sich
entsprechenden Gedanken der Quellen mit gleichen Ziffern
bezeichne.
Lassberg 170 (Rock. 178).
(1) Man vindet in dem heiligen ewangelie, daz got selbe
hat gesworn. (2) wir vinden ouch in apocalipsi, daz sande
Johannes ewangelista einen engel sach swaern: der stunt uf
dem mer unde uf dem ertriche unde swur bi dem lebendigen
gote der von ewen unde ze ewen lebt. (3) wir lesen, daz die
guten leute in der alten e gesworn habent. (4) wir lesen
ouch, daz die hiligen in der newen e gesworn habent. (5) da mit
velsche wir die kezzer, (6) die jehent man sul niht eide
swaern. (7) di ligent. (8) man sol halt eide swaern die reht unde