Skip to main content Jump to sidebar

Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 91. Band, (Jahrgang 1878)

Hertliold  von  Regensburg  und  der  Schwabenspiegel.

215

Mag  ein  man  sein  weib
überzeugen  vor  geistlichem  gericht,
  daz  sy  sich  ubersehen
hab  mit  einem  anderen  man,
der  scheidet  sich  wol  von  ir,
ob  er  sein  ee  behalten  hat  seid
er  sy  nam.  Ir  eintweders  mage
auch  dhein  gemecht  nemen,
die  weil  daz  ander  lebet.  Leyt
er  aber  einist  bey  ir,  fiirst  daz
er  sein  innen  wurt,  er  mag
sich  von  ir  nit  gescheiden.

321,  6.
(Boi  Berthold  in  einem  andern ­
  Zusammenhang  unter  den
Federn  des  zweiten  Fittigs.)
Wan  swederz  daz  ander  überhüget,
  daz  hat  sin  reht  an  dem
andern  verlorn,  daz  ez  sin  dar
nach  niemer  mere  darf  gemuoten,
  er  enwellez  danne
gerne  varn  län,  wan  ez  enmac
  niemer  geschehen  danne
von  geistlichem  gerillte.  Swederz ­
  daz  ander  an  geistlichem
gerillte  überziugen  mac,  daz
ez  sine  e  an  im  gebrochen  habe,
daz  ziuhet  sich  mit  rehte  von
im,  daz  ez  im  niemer  mere  deheiner
  slahte  guot  getuot  oder
triuwe  geleistet.  Ist  ez  aber
daz  ouch  du  dine  b  zebrochen
hast,  so  mäht  du  dich  nilit  von
im  gescheiden:  so  stet  ein
schulde  gein  der  andern  und
ein  Schalheit  gein  der  andern.
Ist  sie  ein  schelkin  gewesen
unde  du  ein  lecker,  so  müezet
irz  so  mit  einander  duhen.  Ist
des  niht,  so  scheidest  du  dich
wol  von  im.  Du  muost  aber
iemer  kiusehe  sin,  wan  du  enmaht
  niemer  mere  kein  ander
gemechede  genemen,  die  wile
ez  lebet.  Wiltü  aber  zer  une
naschen  mit  andern  liuten,  so
muost  du  ez  wider  zuo  dir
nemen.  Und  ist  aber  ein  dinc,
daz  du  ze  einem  male  an  die
stat  kuraest  da  ez  ist,  für  die
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.