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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 91. Band, (Jahrgang 1878)

208

Strobl.

geschwistergit,  die  er  vor  hette
ee  das  er  dich  auss  dem  tauff
erhub  und  die  kind,  die  er
darnach  gewynnet.  Man  muss
dise  wort  und  dyse  recht  gar
wol  mercken,  oder  man  wirt
gar  leycht  irr  und  er  muss
scharpfe  synn  han,  der  es  ze
gründe  mercken  sol.  Wer  dich
getauffet  hat,  es  sey  pfaff  oder
ley,  als  ettwenn  ze  gauchtauffen
  geschieht,  der  ist  dein
geystlicher  vatter,  als  der  dich
erhaben  hat,  und  seine  kind
seynd  deyn  geystlichen  geschwistergyt
  vor  und  nach  und
machst  kein  ee  mit  ynen  noch
mit  iren  kinden  nymmer  gewynnen.
  Ob  sy  doch  zehen
oder  zweinzig  jar  vor  hetten
kinder  gehebt,  ee  daz  sie  dich
ye  getauften  oder  auss  dem
tauff  erhüben,  so  seynd  sy  doch
deyn  geystlic.he  geschwistergit.

Hat  aber  eyn  pfaff  eyn
tochter,  die  nyemet  einen  man
wol  zu  der  ee,  ist  anders  der
pfaff  sein  gotte  nicht.  Nun
sprechent  ettlich  menschen,
soellich  man  werden  nymmer
sselig  mit  pfaffenkinden,  das
ist  nicht,  du  magst  wol  leib
und  sele  mit  ir  behalten,  yrret
dich  ander  deyn  sunde  nicht.
Und  hiet  dich,  daz  du  des

oder  der  dich  getoufet  hät,  er
si  leie  oder  pfaffe  —  also  ob
du  gähes  getoufet  wserest  —:
swer  dich  danne  getoufet  hät,
er  si  leie  oder  pfaffe,  dierne
oder  kneht,  der  ist  din  geistlicher ­
  vater.  Unde  der  dich  da
lmop  üzer  touf,  der  ist  ouch
din  geistlicher  vater.  Unde
swaz  der  selbe  kinde  hät  der
dich  toufte  und  ouch  der  dich
erhuop  üzer  toufe,  die  sint
alle  samt  als  wol  din  geistlichiu
geswistride,  als  die  sit  gewuunen
  sin,  sit  sie  dich  erhuoben
unde  getouften.  Unde  da  von
mahtü  keine  e  gehaben  mit
des  menschen  kinde,  der  dich
erhaben  hat  unde  getouft  hät.
314,  19.
Daz  wort  sult  ir  mir  rehte
merken,  daz  ich  da  spriche:
sit  ez  din  gemechede  wart.
313,  37.
,Bruoder  Berhtolt,  nü  fürhte
ich  mir.'  Jä  wes  fürhtest  du
nü?  ,Da  han  ich  des  pfaffen
kint,  der  min  pfarrer  dä  ist.'
Hät  er  dich  eht  nicht  getoufet ­
  noch  erhaben  üz  dem
toufe?  ,Nein  er!  wan  er  was
dannoch  niendert  üf  der  pfarre.'
So  gesegen  dir  sie  got!  dines
pfarrers  kint  mäht  dü  wol
nemen,  ez  si  sun  oder  sin
            
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