Studien über attisches Staatsrecht und Urkundenwesen. II.
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Die Ergänzungen der beiden Inschriften rühren von dem gelehrten
griechischen Herausgeber, Professor Kumanudis, her.
Zeile 6 der zweiten Inschrift ist ohne Zweifel /py]jj.axtcra'. nspi
xouxwv hinter /povo; einzusetzen. Vielleicht enthielt die gleiche Bestimmung
eine von demselben Gelehrten edirte Inschrift, nämlich
6) ’AG^vaiov V 522, ein Belobnngsdecret aus dem Archontat
des Hagnotheos, über welches in diesen Studien (I S. 576)
bereits gesprochen wurde. Dasselbe hat c in der Form sooi;e
zfl ßouAfl y.ai tw o-(]jj.w und Z. 25 zeigen sich Spuren der probuleumatischen
Formel aYaSvj] | vr/ji [o]soo)d)ai x (der übrige
Theil der Zeile zwischen 20—30 Buchstaben ist zerstört) | tt)v
y.[a0]f,v.ou!j[av (der übrige Theil der Zeile ist zerstört) | a?vo .
Es wäre demnach nicht unmöglich die Lücke in folgender
Weise zu ergänzen: x[ouc ■äpoeäpou? o'i oiv Xa/wci Tcpoeopeueiv sc]
xf;V y.[a0]^zoii(iav [ey.y.Xvjctav. In den drei Buchstaben der letzten
Zeile c?vo wären dann Reste der Worte si]<; xo[v Stjpov zu sehen.
Die ungleiche Zeilenlänge verbietet keine der beiden Ergänzungen.
Dass y.aO(y!eiv dasselbe bestens besagt, was in der
längeren Formel der anderen Decrete liegt, zeigen Stellen wie
Demosthenes RgdGes. § 185 S. 399, 15 sy.y.Xvjci'av TOtvjaai y.ai
xa6xY)v oxav sy. xwv vcjj.wv xad-/jx.y], RgNeaera § 78 S. 1371, 25
sv xoi? y.a0yjzou(jt /povoit;, ebend. § 80 u. a. Aber ich gestehe
andererseits, dass es mich bei dem privaten Charakter des
Decretes nicht wundern würde, wenn Z. 25 im Widerspruch
mit der Formel soocjs zfj ßoukvj y.ai xw Sy5[v.w das Charakteristicum
des Volksdecretes osBö/Oai xw B-^jj.w gehabt hätte. Viel sicherer
ist die Herstellung eines weiteren Beleges für die uns hier
beschäftigende Erscheinung in
7) nr. 382, welche Köhler von Z. 5 ab in folgender Weise
ergänzend schreibt:
x[i)f£t äyaOei oedöyOai xei ßouXei xou? 7tp]o[s]opo[u? oixive? av
Xa^wai xpoe8p]s[6]e[t]v [sv xw 8]f/p.w [xpu]x«vs[
Xp'^p-axfaai] 7csp[i xoüxwv, Y V(,) t J - Y ) v oe ^uußäXXecGai r'/jc ßouX 1 ^?
s]i[ ? xov oij[j,o]v o[xt ooxei xp ßouXijj — Z. 14 siv[ai 3’ ’A0y]-va(du<;
auxbv y.ai sy.Y]o[v]o[u]<; — Z. 16—17 [eivai - - Yp]3c<po:[aQat
tpuXvjc; zai of ( |j.oo y.ai apaxpiajc; ^[<; df]v ß[o]6[Xv)X«i] y.xX.
Wie nicht zu zweifeln, liegt uns ein probuleumatisches Decret,
welches Jemanden das Bürgerrecht zusprach, vor. In der
probuleumatischen Formel ist aber kein Platz für das Wort