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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 91. Band, (Jahrgang 1878)

Studien  über  attisches  Staatsrecht  und  Urkundenwesen.  II.

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des  Sekretariats,  ich  meine  das  Aufschreiben  der  Beschlüsse,
sich  nachweisen  lässt,  subsidiarisch  zur  Dienstleistung  herangezogen ­
  wurde.  Es  ist  offenbar  derselbe,  welchen  die  Prytanen
in  den  nach  Ablauf  ihrer  Prytanie  für  sie  und  ihre  Beamten
ausgestellten  Belobungsdecreten  kurzweg  ihren  Schreiber  nennen.
In  den  Protokollen  der  Decrete  erscheint  aber  auch  fortan
nur  wie  früher  der  •Ypajjp.axeu:  ßouXijs,  von  der  Zeit  abgesehen,
welche  Schaefer  genauer,  als  dies  im  ersten  Hefte  dieser  Studien
geschah  (S.  578),  auf  drei  Jahre  Ol.  114,  4.  115,  1.  2  begränzt
(S.  34),  in  welcher  ein  neuer  jähriger  Beamte,  o  avaypacpsü?,  mit
dem  Aufschreiben  der  Urkunden  betraut  wird;  denn  in  den
Protokollen  zweier  aus  demselben  Jahre  stammenden  Decrete
dieser  Art  (nr.  191  und  ’A8vjvatov  VI  158)  begegnen  uns  verschiedene, ­
  aber  der  prytanirenden  Phyle  entnommene  Schreiber.
Die  wenigen  Urkunden  dieser  Jahre  gestatten  nicht,  eine  völlig
befriedigende  Vorstellung  von  dieser  transitorischen  Organisation
zu  gewinnen.  Schaefer  scheint  an  eine  gänzliche  Abschaffung
des  ypap.j/aTeuc  vrfi  ßouXijs  und  an  eine  völlige  Veränderung  der
Geschäftsführung  zu  denken,  wenn  ich  seine  Worte  richtig
auffasse,  indem  er  sich  über  die  Sache  so  ausspricht  S.  40:  is
enim  qui  antea  officio  acta  componendi  per  totum  annum  functus
erat,  iam  scribae  prytanum  vices  sustinere  coepit  Ävaypa®su<;  vocatus;
scribendo  autevi  aderat  interea  b  ypapp.a*eus  b  y.axä  spuxavei’av.
Dieser  Ansicht  vermöchte  ich  nicht  beizutreten.  Davon,  dass  es
vor  Ol.  115,  1  =  320/19  v.  Chr.  die  ausschliessliche  Aufgabe  des
Prytanienschreibers  gewesen  sei,  die  Urkunden  aufzuschreiben,
kann  nicht  die  Rede  sein;  denn  wir  finden  bis  dahin  eben  so
oft  dem  jährigen  Rathsschreiber  dieses  Geschäft  zugewiesen.
Auch  fällt  es  schwer,  an  eine  gänzliche  Abschaffung  des  jährigen
Secretärs  zu  glauben;  die  Aenderung  seines  Titels  und  die  Beschränkung ­
  seines  Geschäftskreises  auf  das  Aufschreiben  und
einige  andere  Nebendienste  —  und  grösser  ist  derselbe  auch
nach  dem  Wortlaut  einer  uns  erhaltenen  Belobung,  welche  dem
Uaypacfstk  Kallikratides  zu  Theil  wurde  (nr.  190  £7ueto->j  6  ävaypacpe'us
  KaAA'.y.paTLB'ps  y.aAÜq  y.ai  o'.y.co'wq  s-ip.qj.eA-qTa’  rr t q  avaypaip^
y.ai  at  KputavSiat  aüxov  ecTScpavwy.aoiv  y.ai  xäXXa  dpyv.  y.aAw?  y.ai  otzaiojp),
nicht  zu  denken  —  käme  einer  Aufhebung  dieses  ersten  Beamten
des  Rathes  doch  gleich.  Zudem  wäre  es  ja  nicht  undenkbar,
dass  man,  wie  man  durch  die  Creirung  eines  ävaypaseup  den
            
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