Skip to main content Jump to sidebar

Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 91. Band, (Jahrgang 1878)

136

Hartei.

Theil  der  zu  diesem  Zweck  gefühlten  Untersuchungen,  deren
Resultate  ich  an  einer  früheren  Stelle  I  S.  570  und  577  ohne
Beweis  mitgetheilt  habe,  kann  ich  nun  kurz  fassen,  da  ich  durch
freundliche  Zusendung  inzwischen  zur  Kenntniss  einer  sich  durch
Scharfsinn  empfehlenden  Greifswalder  Doetor-Dissertation  von
Dr.  Carl  Schaefer  (de  scribis  senatus  populique  Atheniensium  1878)
gelangte,  welche  eingehend  über  die  verschiedenen  Schreiber
handelt  und  in  der  Hauptsache  zu  gleichen  Resultaten  gelangte.
Was  zunächst  jenes  Organ  des  Rathes  betrifft,  welchem
die  Sorge  für  Instandhaltung  des  Archivs  und  die  Publication
der  Staatsurkunden  oblag,  so  erkannte  auch  Schaefer,  dass
Böckh’s  an  die  Ueberlieferung  der  Grammatiker  sich  anschliessende ­
  Identificirung  des  Prytanienschreibers  (e  ypaggaTs'uc
b  y.cax  icpuxavetav)  und  des  Rathsschreibers  (ypaggaxeu;  rqc  ßouAvjq),
gegen  welche  zuerst  Kirchhoff  im  Philol.  XY  405  einen  kurzen
Zweifel  äusserte  und  welche  noch  jüngst  Foucart  (Revue  archeol.
1878  S.  120)  festhielt,  aufgegeben  werden  müsse,  dass  wir  es
mit  zwei  Beamten  zu  thun  haben,  deren  Geschäftskreis  sich
allerdings  vielfach  berührte.  Im  5.  Jahrhundert  und  einige
Decennien  nach  Euklid  existirte  nur  der  mit  jeder  Phyle
wechselnde  und  wie  es  scheint  stets  aus  einer  anderen  als  der
prytanirenden  erlooste  Ypxpp.axs’jc  vrp  ßouAr)c,  welcher  mit  der
Aufschreibüng  und  Aufstellung  der  Urkunden  beauftragt  wird.
Wenigstens  taucht  in  jener  Zeit  nirgends  eine  Spur  des  anderen
Schreibers  auf,  indem  CIA.  I  nr.  61  die  Ergänzung  Köhler’s
(Hermes  II  27)  xoü  [y.axa  xpuxavsiav  Ypa[j,p,a]x£(i)c  xrjc  ßoyAvjc  aus
guten  Gründen  von  Schaefer  abgelehnt  wird  (S.  13)  und  der
Titel  des  zweiten,  später  eingesetzten  Schreibers  schon  (6  ypa|j.-p.axc'u?
  o  y.axa  Tcpuxavsiav)  erkennen  lässt,  dass  die  Einsetzung  zu
einer  Zeit  erfolgte,  als  der  Ypapp-axäu?  xrj?  ßouAvjq  nicht  mehr  bloss
während  der  Dauer  einer  Prytanie,  sondern  durch  das  ganze
Jahr  fungirte.  Dieser  Wechsel  aber  in  der  Functionsdauer  des
Rathsschreibers  ging  zwischen  Ol.  103,  1  und  104,  2  (367  und
363  v.  Chr.)  vor  sich,  und  es  ist  in  hohem  Grade  wahrscheinlich,
dass  unter  einem  bei  diesem  Anlass  demselben  ein  College  an
die  Seite  gestellt  wurde,  der  eben  nach  seinem  Titel  ,Prytanienschreiber'
  zu  schliessen  mit  den  einzelnen  Prytanien  einund
  abtrat,  ihm  wohl  schon  deshalb  an  Ansehen  und  Einfluss
nachstand,  und  was  wenigstens  hinsichtlich  des  einen  Geschäftes
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.