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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 91. Band, (Jahrgang 1878)

Studien  über  attisches  Staatsrecht  und  Urkundenwesen.  II.

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scheint,  ausschliesslich  zukam,  indem  es  wie  dort  Beschlüsse,
welche  durch  das  Zusammenwirken  von  Rath  und  Volk  zu
Stande  gekommen,  aber  nicht  in  der  Form  des  Rathsantrages
concipirt  waren,  signirte.  Es  wird  aber  durch  die  weitere  Untersuchung ­
  noch  erwiesen  werden,  dass  I3oi;e  tw  Svjpw  als  Sanctionirungsformel
  nach  dem  staatsrechtlichen  Sprachgebrauch  des
4.  Jahrhunderts  v.  Chr.  in  denselben  unmöglich  war.
Eine  ganz  eigene  Bewandtniss  hat  es  aber  mit  zwei  Urkunden, ­
  welche  im  Protokolle  das  Merkmal  eSoijev  vfi  ßouXf (  y.ai
tw  or;|j.(j)  tragen,  ohne  probuleumatische  Decrete  zu  sein,  nämlich
mit  11  und  30.  nr.  30  lautet:
[’'Eäo|ev  ty;  ßjouXij  y.[at  tw  St^w  •  i$]  sxpu[r]av£ue  •
oje,  Ay)p,o<p[i]Xou  <3>[y)you<tios?  £Ypap]p*Tsus-  [Xapp
su]?  OTearäTsfi]  ■  ’0[  sitts]  •  itspl  wv  ’Avt(o[xo?]  Asysi  £^]Y]<pfc0at
tw  S’ö[pw  tov  Ypap]p«T£a  trj<;  [ß]ouX[i)s  ypä^ai  sv]  cjt^[X]y)  X(0i[v/]
y.ai  cTvjcajt  s[i<;]  ?  aypöx[oXiv  ]  <bw[y.£  ]  a[p]svwv  ’A[vti6xw
y.ai  STe^javw  y.at  EupfuxuAw  EitatvEjaai  8s  ’Avt!o-/[ov  vtai  STE«pav]ov  y.ai
Eup[6xuXov  xal  y.aAsa|ai  sxi  8[ewtvov  sq  to  xpUTavjswv  [s]?  [aüptov].
Qua.e  sequuntur  ad  ea  pertinuisse  mihi  videntur  quae  scriba  pilae
incidere  populiscito  iussus  erat:  ijaavTO  4>wy.[sis  X]T[e]cpävw
4>wy.e--,  bemerkt  Köhler  und  vorher:  Praeter  ea  tenendum
est  titulum  non  esse  adcurate  per  ordines  dispositum.  Quantum  ex
scripturae  ratione  iudicare  licet  haec  Olympiade  100  recentiora
esse  non  possunt.  Gegen  die  Auffassung  dieses  Titels  als  eines
Volksdecretes  lassen  sich  gewichtige  Gründe  geltend  machen.
Zunächst  enthält  der  Beschluss  nichts  als  die  Genehmigung  der
Publication  einer  Auszeichnung,  welche  mehreren  Phokiern  zu
Theil  geworden  war.  Welcher?  ist  nicht  zu  entnehmen;  aber
man  möchte  am  liebsten  an  die  Proxenie  denken  und  annehmen,
dass  dieselbe  in  jener  kurzen  Formel  (ava)Ypai|w  Tr,v  xpoijsviav  tw
osTvi,  die  uns  airf  vor-  und  naclieuklidischen  Inschriften  nicht
selten  begegnet,  ausgesprochen  worden  war,  und  demnach  die
Sanctionirungsformel  mit  dem  eben  dargelegten  Gebrauch  derselben ­
  auf  internationalen  Urkunden  in  Uebereinstimmung
finden.  Denn  darüber  kann  kein  Zweifel  sein,  dass  die  Proxenie
nur  durch  Volksbeschluss  verliehen  werden  konnte.  Allein  zwei
Umstände  erregen  Bedenken,  von  denen  sich  vielleicht  der  eine,
der  andere  kaum  beseitigen  lassen  dürfte.  Es  fehlt  nämlich  ein
Sitzungsber,  d.  phil.-hist.  CI.  XCI.  Bd.  I.  Hft.  9
            
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