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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 91. Band, (Jahrgang 1878)

nur  §,  worauf  drei  weitere  Buchstaben  folgen  mussten,  erhalten,
wodurch  für  Jeden,  der  nicht  mit  Zufälligkeiten  zu  rechnen
liebt,  die  Identität  der  Person  sicher  stehen  dürfte.  Nun  kann
aber  kein  Zweifel  sein,  dass  der  Rogator  des  ersten  Decrets
in  seiner  Stellung  als  Mitglied  des  Rathes  seinen  Antrag  eingebracht ­
  und  es  lässt  sich  die  aufrichtigen  Anschauungen
fussende  Behauptung  Böckh’s,  dass  kein  Bürger  in  zwei  aufeinander ­
  folgenden  Jahren  in  den  Rath  eingeloost  werden  durfte,
durch  keine  Thatsache  unserer'üeberlieferung  widerlegen.  Wenn
in  unserm  Falle  gleichwohl  derselbe  Name  auf  einem  Decrete  des
Jahres,  in  welchem  er  Buleut  war,  und  auf  einem  Decrete  des
nächsten  Jahres,  wo  er  nicht  Buleut  sein  konnte,  figurirt,  so  kann
das  am  einfachsten  in  dem  Conex  der  auf  dieselbe  Sache  bezüglichen ­
  Verhandlungen  seine  Erklärung  finden  und  wir  werden
annehmen  dürfen,  dass  die  Verhandlungen  über  das  Bündniss
nicht  zu  einer  späteren  Zeit  neu  eiugeleitet  und  geführt  wurden.
Es  wird  also  noch  im  Laufe  der  zehnten  Prytanie  des  Jahres
Ol.  102,  4,  nachdem  in  der  Volksversammlung,  deren  Protokoll
uns  in  nr.  51  vorliegt,  die  Procheirotonie  über  die  mit  den  Gesandten ­
  des  Tyrannen  zu  führende  Verhandlung  stattgefunden
hatte,  nun  erst,  wie  es  die  Verfassung  forderte  (Demosthenes
RvdGes.  §  185  tyjv  ßou/djv  .  .  .  xpoßouXeuaai  Sei  xai  toüö’  o-rav  •<]
xvjpuijt  '/.c/X  Tupecßeiai?  ^poyeYpaijp.evcv  s.  Demosth.  Studien  II  437
[75])  das  Probuleuma  des  Rathes,  welches  das  Vertragsinstrument ­
  enthielt,  ausgearbeitet  worden  sein,  an  dessen  Spitze  der
Name  des  ersten  Antragstellers  seinen  Platz  hatte.  Die  Einleitung ­
  der  weiteren  Schritte  (efr’  ExxXvjstav  xoiYjaai,  -/.cd  -aürrjv,
oxav  £•/.  xiov  vip.wv  -/.aO^y.Y]),  die  Schlussverhandluug,  welche  sich,
wie  wir  wissen,  in  zwei  Ekklesien  abspielte,  verzögerte  sich  vielleicht ­
  in  Folge  neuer  Verhandlungen  mit  dem  Synedrion,  welches,
wie  es  sich  im  Jahre  346  gegen  den  Abschluss  eines  Bündnisses
mit  Philipp  sperrte,  schliesslich  doch  die  Theilnahme  an  der
Symmachie  mit  Dionysios  ablehnte,  aber  wahrscheinlich  nur
um  wenige  Wochen;  denn  nichts  hindert  zu  glauben,  dass  der
Vertrag  in  den  letzten  Tagen  der  ersten  Prytanie  des  Jahres
103,  1  perfect  wurde,  also  die  ersten  Zeilen  der  Inschrift  nr.  52
etwa  zu  ergänzen:
[’Exi  Nauatysvjou?  apx[ 0VX0 S  sx!  vr,q  Kexpox]-[iäo?
  xpwir]<;  x]puTav[ei'«£  yj  ]
            
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