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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 90. Band, (Jahrgang 1878)

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Saue  r.

Mit  wenig  Kunst  wurde  dieselbe  von  F.  A.  C.  Wertlies
verwendet,  der  im  deutschen  Mercur  1773  (2,  S.  293—320)
67  Strophen  aus  Ariost’s  Rasendem  Roland  veröffentlichte;
er  lässt  stumpfe  und  klingende  Verse  abwechseln,  mischt  vierund
  sechsfüssige  Verse  ein  und  setzt  die  Caesur  ziemlich  häufig
nach  der  vierten  Silbe.
Schon  im  folgenden  Jahre  1774  erschienen  aber  Heinse’s
glühende  Stanzen  im  Anhänge  zur  Laidion:  50  Strophen  mit
je  fünf  klingenden  Reimen.  Er  wollte,  wie  er  in  der  Vorrede
sagt  in  jenen  Stanzen,  ,wo  Personen  in  lyrischer  Begeistrung
reden*,  den  Abschnitt  nach  der  vierten  Silbe  machen:  in  der
That  haben  drei  Viertel  der  Verse  französische  Caesur.
Zarncke  wies  nach  (Miscellaneen  211  f.),  wie  gerade  diese
Stanzen  auf  Goethe  gewirkt  haben,  und  wie  sich  daraus  die
häufige  französische  Caesur  in  Goethe’s  ersten  nach  italienischem ­
  Muster  gebildeten  Versen  erklärt,  die  aber  erst  in  die
beginnenden  Achtziger  Jahre  fallen.  In  seinen  Jugendversuchen,
so  in  der  verlorenen  Tragödie  Belsazar  hatte  sich  Goethe,
wie  ebenfalls  Zarncke  gezeigt  hat,  an  J.  PL  Schlegel  angeschlossen; ­
  Goethe’s  späterer  dramatischer  Vers  hat  sich
erst  aus  dem  lyrischen  entwickelt.
            
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