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Sauer.
Weise ist auch die Uebersetzung von Romeo und Julie von
d’Ozinoour 1772, welche nach der Chronologie S. 324 in
matten Versen abgefasst war und für ein Original ausgegeben
wurde, in Iamben geschrieben. Auch die Notiz aus der Berliner
Litteratur- und Theaterzeitung 1779 S. 735 ,Einer unserer guten
Köpfe will einen Kampf mit Voltaire wagen, und schreibt
ein Trauerspiel in Iamben — Mahomet', sei kurz erwähnt.
Michaelis dichtete ,ein Singspiel in einem Aufzuge':
,Herkules auf dem Oeta' (aufgeführt 4. Junius 1771 zu Hannover),
welches mit Ausnahme der Gesänge aus Fünffüsslern, stumpfen
und klingenden abwechselnd besteht (150 Verse). Caesur und
Enjambement sind frei gehandhabt.
[Auch in Niemeyer’s religiösen Dramen findet sich unser
Mass für den Dialog verwerthet, doch wechselt es mit Vierfüsslern,
so dass eine Betrachtung unterbleiben kann.]
Von grösserer Bedeutung sind zwei andere Versuche,
Gotter’s Merope und öoue’s Batilde.
1773 wurde Voltaire’s Merope in einer Uebersetzung
oder besser Bearbeitung von Götter in Weimar aufgeführt 1
und erschien im folgenden Jahre in Druck; 2 es ist mir nur
der Druck in den Gedichten von 1788 3 zugänglich, der nach
der Angabe der Vorrede eine verbesserte Gestalt' aufweist;
daselbst spricht sich Götter auch über die Art seiner Bearbeitung
aus: ,Ich überlasse es den Kennern, meine Arbeit
mit dem Originale zu vergleichen, und die Abweichungen
selbst zu prüfen, die ich mir theils in Rücksicht auf Oeconomie,
wie z. B. bei Merope, theils und am häufigsten in Betreff
einzelner Stellen und des Ausdruckes überhaupt erlaubt habe'. 1
Merope hat beiläufig 1400 Verse, von denen etwas mehr
als die Hälfte klingend sind. In Bezug auf die Länge ist er
nicht sehr genau; es finden sich zwei Vierfüssler: S. 235 ,Vermuthung,
häng’ ihr nicht aufs erste'; 242 ,das Haus Kresplionts?
Ein Unbekannter'; und viele Sechsfüssler: 208, 212, 223, 233,
246, 247 [2], 258, 264, 284, 298, 305, 315. S. 265 werden
1 Gedichte von Friedrich Wilhelm Götter II. Band. Gotha 1788. S. IV.
2 Merope, Trspl. in 5 Aufz. (nach Voltaire). Gotha 1774. 8 (Goedeke G45).
3 II, 187—316.
4 II, Vorrede S. XXI.