Heber den fünffüssigen Iambus vor Lessing’s Nathan.
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müsse declamieren, wie sich’s gehört, so kann ich doch nicht
umhin, den seclisfüssigen Vers auf S. 64 hervorzuheben, der
auch dadurch merkwürdig ist, das die oft angegriffene, in einer
Anmerkung von Wieland jedoch vertheidigte Form ,o’r' für
,oder' darin vorkommt. Nach diesen neuen Proben bittet ihn
Wieland in der Uebersetzung fortzufahren: ,So wie wir solche
aus den mitgetheilten Rhapsodien kennen und ahnden, so wie
die Ilias aus Ihrem Geiste, in dem Homer sich so klar abspiegelt,
durch das Medium ihrer starken, kräftigen, ächtteutschen
Heldensprache, reflectirt werden wird, wird Ihr
teutscher Homer immer verdienstlich um die Nation und
dauerndes Monument, ja classisches Buch für unsre Sprache
sein und bleiben' (Briefe von und an Bürger 1, 355).
Bei solcher Aufmunterung arbeitete er fleissig weiter an
seiner Uebersetzung; Stolberg’s hexametrische Proben, der
zwanzigste Gesang (Deutsches Museum 1, 957—982) veranlasste
ihn zunächst zu dem ebendaselbst S. 1062 f. abgedruckten
Gedichte: An Friedrich Leopold Graf zu Stollberg, welches
,Fritz! Fritz!' beginnt und in demselben Versmasse wie seine
Uebersetzung abgefasst ist; dann versuchte er auch den zwanzigsten
Gesang zu verdeutschen. Von diesem haben sich keine
Bruchstücke in seinem Nachlasse gefunden (Briefe 2, 5); wol
aber sollen andere Fragmente in die Ausgabe von Bohtz aufgenommen
worden sein, die mir nicht zugänglich ist. 30. October
1777 schickt er auf Boie’s Bitte die Uebersetzung der Verse
von dem Gürtel der Venus an diesen (Briefe 2, 171). Dann
aber tritt die Arbeit an Homer mehr und mehr zurück;
25. October 1779 ist er bereits entschlossen, ihn liegen zu
lassen; ,Die Iamben machen mir allzuviel Schwierigkeiten': ist
einer der Gründe, die er dafür vorbringt. In demselben Briefe
(2, 368) denkt er auch schon an eine Uebersetzung in Hexametern;
diese tritt nach und nach in den Vordergrund, bis sie
endlich wirklich zur Ausführung gelangt.
Hier will ich erwähnen, dass im deutschen Merkur 1778
(1, 115—120) ein Gedicht ,Denkmal zur Ehre der Menschheit,
von einem Ungenannten eingeschickt' steht, das fünffüssige
Iamben mit freier Caesur, freiem Enjambement, aber mit
stumpfem Ausgange aufweist. Es zählt 146 Verse und behandelt
denselben Stoff, wie Bürger’s Lied vom braven Manne.