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Saue r.
sammelte; im April 1776 sendet nun Bürger neue Proben an
Wieland, welche dieser, nachdem Goethe hie und da nach
Bürger’s Verlangen eine Kleinigkeit geändert hatte, in das
Maiheft des deutschen Merkurs S. 146—168 aufnahm.
Es sind 680 Verse der sechsten Rhapsodie; die ersten
92 Verse können mit der Uebersetzung desselben Gesanges in
der Klotz’schen Bibliothek verglichen werden, zeigen aber
so starke Veränderung, dass kaum eine derselben auf rein metrische
Gründe sich zurückführen lässt; V. 20, 83, 85 sind wol
die Hiate weggeschafft und 39 der vierfüssige Vers nicht mehr
vorhanden; dagegen ist hier Vors 29 ein vierfüssiger, 156
sechsftissig und sechs Hiate (118, 332, 438, 467, 481, 503) linden
sich in den übrigen Versen. 323 ist zu lesen ,behau’nem' wie
326 statt ,behauenem'. Sonst ist kein Unterschied in der Behandlung
des Verses gegen die früheren Bruchstücke.
Bürger’s Perioden gehen nicht über die Länge von 18
Zeilen hinaus und sind in dieser Hinsicht mit denen Wieland’s
zu vergleichen. 18 Zeilen: V. 117—134; 16: 353—368; 15:
27—41; 14: 581—594; 13: 243—255; 12: 375—386, 653—664;
11: 106—116, 175—185, 333—343, 527-537, 546—556; in
den im deutschen Museum veröffentlichten Versen aber sind
die Perioden kürzer; die längsten zählen hier nur 9 Zeilen:
V. 44—52; 150—158; 229—237; 239-247; 249—257.
Wieland hatte Bürgern von einem Gespräche mit
Goethe Nachricht gegeben, in welchem er den Iambus, ,das
echte, alte, natürliche, heroische Metrum unserer Sprache' vertheidigte,
während Goethe den Hexameter für die Homerübersetzung
vertrat und Wieland bat Bürger, seine Gründe
für den Iambus in einem Sendschreiben an ihn oder Goethe
zu veröffentlichen. Dasselbe erschien auch wirklich im Octoberheft
des deutschen Merkur 1776 (S. 46—67) unter dem Titel:
,Bürger an einen Freund über seine teutsche Ilias', worin er
hauptsächlich darlegt, wie die Abwechselung des Verses durch
die Verwendung von kurzen und weniger kurzen, von langen
und längeren Silben erreicht wird und worin er auch einige
Partien seiner Uebersetzung nach dieser Abwechselung hin
durchnimmt. Im Anschlüsse daran theilt er 79 Verse aus dem
Anfang des dritten Buches mit, und obgleich er hervorhebt,
man dürfe seine Verse nicht ängstlich scandieren, sondern man