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Sauer.
die ersten Proben derselben liess er sogleich in Klotzen’s
deutscher Bibliothek (6. 1—41) unter dem Titel ,Gedanken
über die Beschaffenheit einer deutschen Uebersetzung des Homer,
nebst einigen Probefragmenten' abdrucken. Er beruft sich in
dem Vorbericht auf Herder’s Urtheil, dass der Homer in Iamben
übersetzt werden solle 1 und geht S. 19 zu einer Vertheidigung
seines Verses über: ,Aber werden Iamben nicht eine allzugrosse
Monotonie gegen den homerischen Hexameter haben? . . .
Für das nordische Ohr lässt sich der Iambus abwechselnd genug
machen. Der unsterbliche Milton bei den Engländern und
Zachariae’s Cortes bei uns geben den Beweis, dass man nicht
so iambisiren darf, dass sich mit jedem einen oder zwei Versen
der Verstand endige; dass Caesur und Ruhepunkt immer
einerlei bleibe, sondern man muss die Iamben sich so aus
einem in den andern und dritten Vers fortwälzen lassen, dass
die Declamation das Ohr mit einer wohlgefallenen poetischen
Periode fülle; deren Länge oder Kürze, männlicher oder weiblicher
Ausgang den Ton des Ganzen schon ziemlich abändert'.
Hiermit haben wir eine vollständige Charakteristik des Bürgersclien
Iambus im Allgemeinen; der einzelne Vers, der immer
stumpf endigt, kommt nicht in Betracht, nur die Periode als
Ganzes. Wenn er aber hinzufügt, dass man ja auch die Abwechselung
durch Einmischung von Anapästen und Dactylen
erhöhen kann, so müssen wir uns wundern, dass er weder in
diesen Proben, noch später zu diesem Mittel seine Zuflucht
genommen hat; 1778 noch redet ihm Voss 2 zu (Briefe von
und an Bürger 2, 220) ,die Grenzen des Limbischen Verses
durch Eroberung einiger Ländereien des Anapästes zu vermeiden'.
Bürger hält an dem streng iambischen Gauge des
Rhythmus fest.
S. 24—38 folgt das erste Buch der Ilias von Vers 1 bis
304; 38—41 der Anfang des sechsten Buches, 95 Verse (im
Original, 65 in der Uebersetzung). 4 vierfüssige finden sich
27 ,kommt auch vom Zeus — der kund uns thu'; 32 ,Das
völkerreiche Ilion'; ebenda ,Mir Chryseus Tochter nimmt, die
1 Fragmente S. 268.
2 An einer andern Stelle sagt Voss, dass der deutsche Hexameter nicht
einmal die Freiheiten des Popischen habe (Briefe von und an Bürger
2, 68).