Ueber den fünffüssigen lambus vor Lessing's Nathan.
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nach seinem Tode Jemand zur Versificierung des Stückes verwendete.
1 Wer der Versificator ist, konnte ich nicht erforschen;
er spricht in dem Vorbericht von der Freundschaft, die ihn
,ehedem mit diesem unsterblichen Patrioten, dessen Name im
Tempel der Musen, sowie im Tempel der Ehre ewig glänzet,
verbunden hatte 4 , und behauptet: ,die Liebe zu diesem theuren
Freunde allein befahl mir, die Feder zu dieser Ausarbeitung
zu ergreifen. Ich hielt es für eine Pflicht, seine Asche zu
verehren, und ihm ein Denkmal zu stiften 4 .
Brawe, Gleim, Weisse und Kleist bilden die engere
Schule Lessing’s: ein weiterer Kreis schliesst sich ihnen an
und Kleist’s Cissides und Paches ist wol jenes Werk, dem der
meiste Einfluss auf den Vers zuzuschreiben ist; auf Kleist gehen
gewis Giseke undZachariae zurück, an den letzteren schliesst
sich unmittelbar Bürger an, und wenn wir auch in Oesterreich
uusern Vers verwendet finden, werden ebenfalls Kleist’s viel
gelesene Werke die Uebertragung vermittelt haben.
Zweierlei muss aber hervorgelioben werden. Neben dem
einen bedeutendsten Muster, das den stumpfen Vers ohne Abwechslung
zur Folge hatte, wirken auch andere Vorbilder
zweifellos ein und die Theorie wird mehr berücksichtigt als
früher. Das bedeutendste Werk in dieser Beziehung, das
dann für Herder massgebend war, ist Henry Home’s Elements
of Criticism, welche 1762 erschienen und von J. N. Meinhard
1763 — 1766 übersetzt wurden; hauptsächlich waren es die genauen
Besprechungen der Caesur, ihrer verschiedenen Arten
und Feinheiten im englischen heroischen Verse, welche die
Ausbildung unseres Versmasses im Deutschen unterstützten.
Die eingestreuten Beispiele in englischen Fünffüsslern hat aber
Meinhard nicht, wie Zarncke S. 30 angibt, in Versen,
sondern in Prosa übersetzt.
Auch darf es nicht übersehen werden, wie die bedeutenderen
Zeitschriften den neu erscheinenden Werken meist mit
eingehender sorgfältiger Besprechung entgegenkamen und wie
besonders die Bibliothek d. sch. W. 2 keine Gelegenheit vor-1
Seneca, ein Trauerspiel des Herrn von Kleist, in drey Aufzügen. Versifieirt
von A. S. G. M. D. Altona und Lübeck, verlegts David Iversen 1767.
- Zu den schon erwähnten Stellen kommt noch 12, 307 f.
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