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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 90. Band, (Jahrgang 1878)

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Sauer.

und  umgearbeitet;  es  hat  nur  2000  Verse,  beiläufig  100  mit
klingendem  Ausgange,  zwei  Drei-,  zehn  Vier-,  fünf  Sechsund ­
  einen  Siebenfüssler;  die  Fälle  des  Hiatus  sind  nicht  getilgt, ­
  zwei  sind  mit  den  betreffenden  Versen  weggelassen
worden.  Härten  werden  nicht  gescheut,  wie  S.  35  ,bey’n
Göttern'  und  das  Enjambement  ist  etwas  freier  gehandhabt.
Atreus  und  Thyest  ist  zuerst  im  vierten  Theile  des
Beitrages  zum  deutschen  Theater  1766  gedruckt.  In  der  Vorrede ­
  sagt  Weisse:  ,Uebrigens  hat  er  eben  die  Versart  beibehalten, ­
  deren  er  sich  in  der  Befreiung  von  Theben  bedienet,
ausgenommen,  dass  er  bisweilen  auch  weibliche  Ausgänge
zugelassen,  um  der  Declamation  noch  mehr  Abwechslung  zu
verschaffen'. 1
Das  Stück  hat  über  1870  Verse,  unter  welchen  gegen
130  klingend  sind.  Ein  einziges  zusammengesetztes  Wort  wird
im  weiblichen  Ausgange  vei-wendet  52  ,Absicht'.  Zweifüssler:
49  ,Sieht  man  es  hell';  Dreifüssler:  23  ,Nicht  den  Verräther
kennt';  94  ,Wenn  Dir  es  nicht  gelingt';  sieben  Vierfüssler  (4,
24,  57,  73,  78,  91,  110);  acht  Sechsfiissler  (15  [2],  62,  64,  65,
79,  91,  100).  Hiatus  findet  sich  neunmal:  11  ,Der  Cäremönie!
—  ich';  16  ,begleitete  es';  20  ,zweideütge  Antwort';  23  ,Ich
zittre  —  ach';  31  ,eure  Opfer';  33  ,Entsetzliche  Erinnerung';
46  ,aufs  neue  athmen';  75  ,Das  blutge  Eingeweid';  89  ,opferte,
und'.  Von  Vers  zu  Vers  habe  ich  20  Fälle  gezählt.
Auch  hier  viele  Apokopen  und  Synkopen:  10  ,Traurigs;
20  Feu’r;  23  TJngeheu’r;  54  fürchtst;  60  täuschst;  104  blutigs'.
Auffallend  ist  die  Betonung  ,grausamer'  7,  70,  welche
Verse  nicht  trochäisch  gelesen  werden  dürfen,  weil  sich  dieselbe ­
  Betonung  auch  im  Innern  des  Verses  findet:  82  ,Mein
Sohn  grausame  That';  ferner  95  ,ehrwürdger  Greis'.
Das  Enjambement  ist  freier  gehandhabt  als  in  dem  ersten
Drama;  Conjunctionen  stehen  am  Ende  des.  Verses:  21  ,wo
Glück  |  Und  Leben  blühn';  22  ,dass  er  |  Sein  Unglück  endige';
25  ,womit  die  Pflicht  |  Dich  bindet';  32  ,indem  |  Ich  ihn  gehegt' ­
  ;  37  ,wenn  |  Ich  unsern  Zwist  vergässe';  58  ,was  |  Dein

1  Dem  Recensenten  in  den  Unterhaltungen  1,  455  scheint  diese  Versart
,dem  Pathos  des  tragischen  Dialogs,  auch  in  unserer  Sprache  am  angemessensten ­
  zu  sein‘.
            
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