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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 90. Band, (Jahrgang 1878)

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Saue  r.

der  Duncias  wurde  viel  gelesen;  in  E.  Chr.  von  Kleist’s  Collectaneen,
  zum  Beispiel,  die  mir  handschriftlich  vorliegen,  befinden
sich  viele  Stellen  daraus  abgeschrieben,  die  einzigen  Citate  in
fünffüssigen  Iamben.  Jedenfalls  theilt  sich  Bodmer  mit  Gottsched ­
  in  das  Verdienst,  die  Einführung  unseres  späteren
classischen  Versmasses  angebahnt  zu  haben.
Wenn  wir  im  Jahre  1758  in  der  Schweiz  eine  reimlose
iambische  Uebersetzung  von  neun  englischen  Trauerspielen
finden:  ,Neue  Probstücke  der  Englischen  Schaubühne,  aus  der
Ursprache  übersetzet  von  einem  Liebhaber  des  guten  Geschmacks'
(drei  Theile,  Basel),  so  dürfen  wir  gewiss  Bodmer’s  Einfluss
vermuthen;  man  muss  nur  bedauern,  dass  der  anonyme  Uebersetzer
  nicht  mehr  Fleiss  und  Sorgfalt  angewendet,  und  dass
daher  ein  so  umfangreiches  Werk  so  roh  und  unvollkommen
werden  musste.  In  der  Vorrede  rechtfertigt  er  seinen  Entschluss, ­
  dieselbe  Versart  zu  wählen,  in  der  die  Originale  geschrieben ­
  sind,  und  ergeht  sich  dann  in  einigen  stark  an
Bodmer  anklingenden  Sätzen  gegen  den  Reim:  ,Vielleicht
würden  es  einige  meiner  Leser  lieber  gesehen  haben,  wenn
ich  Reimverse  geschmiedet  hätte.  Ein  solcher  verwegener
Streich  kam  mir  niemals  zu  Sinne.  Die  Engländer  haben  den
Gedanken  -  mordenden  und  Ohren  -  folternden  Reimen  aus
ihren  theatralischen  Gedichten  grösstentheils,  und  mit  gutem
Fuge,  verbannt.  Ihre  Schauspielschreiber  wollen  sich  nicht  mit
einem  zusammenklappenden  Tone  plagen,  welchen  doch  der
gute  Schauspieler  geflissentlich  verbeisset,  und  ihn  hören  zu
lassen,  für  eine  Schande  und  Ungeschick  hält'.
Die  übersetzten  Dramen  sind  folgende:  Romeo  und  Juliet;
Cato  von  Addison;  Die  Rache  und  Busiris  von  Young;  Oedipus
von  Dryden  und  Lee;  Die  Wayse  von  Otway;  Almeria  oder
die  trauernde  Braut  von  Congreve;  Eifrida  von  Mason,  und
Kalista  oder  die  schöne  Reuerinn  von  Nikolaus  Rowe,  welche
in  Summa  die  stattliche  Reihe  von  beinahe  20.000  Versen  repräsentieren. ­
  Darunter  ein  Vers  von  einem  Fusse  (3,  212);  8  zweifüssige
  (2,  251,  308,  361,  383,  385,  426;  3,  34,  50);  11  dreifüssige
  (2,  104,  287,  372,  413,  447;  3,  18,  51,  81,  86,  276,
284);  17  vierfüssige  (1,  82,  83,  312,  338,  349;  2,  38,  96,  257,
337;  3,  60,  63,  145,  177,  181,  189,  234,  265);  11  sechsfüssige
            
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