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S a tt ö r.
aber Bo dm er bald darauf den reimlosen Fiinffüssler an wendete,
und zwar in einem Drama, beweisen ein paar Briefe von
J. V. König an Bodmer aus dem Anfänge des Jahres 1725.
Am 30. April sendet er ihm Bruchstücke aus der Milton’schen
Uebersetzung von 1682, ,damit Sie sehen können, wie der Uebersetzer
nicht nur ohne Reimen, sondern so gar schon in fünffüssigen
Versen und auch ohne regulairen Abschnitt, überdies mit
Herüberwerfung des Verstands aus einem Verse in den andern
geschrieben, eben wie Sie mir eine Probe in Ihrem Drama:
Marc-Anton gegeben'. 1 Und am 15. Mai schreibt er, 2 dass
sein sonst so schönes Drama Marc-Anton zu keinem Singspiel
gebraucht werden könnte, ,weil die Recitative zu lang sind, und
zu wenig Arien hinein kommen könnten; ungeacht diese Piece
in ihrer ganzen Einrichtung, Caracteren, Ausdrückungen und
Gedanken unverbesserlich. Aber, da Sie gar keinen Abschnitt
in ihren fünffüssigen Versen beobachtet, auch die Reime darinn
weggelassen, so ist es mir damit, wie mit Bergens übersetztem
Paradiess ergangen, dass es nemlich fast kein Mensch, wegen
Ungewohnheit von dergleichen Schreib-Art, lesen können'.
Meines Wissens wurde dieses Drama niemals gedruckt; 3 es
liegt aber hier der erste Versuch des vorigen Jahrhunderts vor,
den reimlosen Fünffüssler im Drama zu verwenden.
Dadurch verliert eine andere Briefstelle, welche Zarncke
anführt, 4 bedeutend an Werth; 1741 theilte C. F. Drollinger
Bodmer seine Gedanken über den fünffüssigen Iambus mit und
schickte ihm das Gedicht ,Ueber die Tyranney der deutschen
Dichtkunst', 5 zu welchem er durch Pope (i angeregt war; es
1 Anglia 1, 461.
2 B. H. Brockes von A. Brandt S. 141.
3 Nachforschungen, welche Herr Oberbibi. Dr. J. Horner für mich in der
Züricher Stadt-Bibliothek anstellen liess, ergaben ein negatives Resultat.
4 Miscellaneen, S. 208 f.
5 Drollinger’s Gedichte, herausg. v. J. J. Spreng, Frankfurt 1745, S. 296
bis 297 mit folgender Anmerkung: ,Ist eine Nachahmung des Englischen
Vers- und Zahlmasses; Wer sich nach solchem richten wollte, könnte,
um mehrerer Lieblichkeit willen, den Abwechsel der steigenden und
fallenden Verse (d. i. stumpfer und klingender vgl. Koberstein 2, 94
Anm. 11) beibehalten 1 .
6 In der Bibi. d. sch. W. 4 (1758) 500 f. und 620 f. finden sich Auszüge
aus dem englischen Werke: An Essay on the Writings and Genius of