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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 90. Band, (Jahrgang 1878)

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Saue  r.

Reimen  abg'escliafft  werden  solle,  und  tbeilt  dann  ein  Bruchstück ­
  einer  Uebersetzung  des  Cato  von  Addison  mit  (1.  Act,
1.  Scene  36  Verse)  in  reimlosen  Alexandrinern:  alle  stumpf
bis  auf  einen  Vers.  Diese  Probe  setzt  er.  nun,  weil  er  Enjambement ­
  und  Caesur  anwendet,  dem  Verse  der  Miltonübersetzung ­
  aus  dem  Jahre  1682  entgegen.
Es  ist  nothwendig,  dass  wir  diese  kurz  betrachten.  ,Das
verlustigte  Paradeis,  ....  in  unser  gemein  Teutsch  übergetragen
und  verleget  durch  E.  Gr.  V.  B.*,  Zerbst  1682,  war  schon  zu
Anfang  des  vergangenen  Jahrhunderts  ein  seltenes  Buch  geworden: ­
  J.  U.  König,  der  selbst  ein  Exemplar  zur  Verfügung
gehabt  haben  muss,  bemüht  sich  vergeblich,  für  Bodmer  eines
aufzutreiben. 1
Der  Verfasser  nennt  sich  am  Schlüsse  der  Widmung  Ernst
Gottlieb  von  Berge.  Goedeke  (S.  503)  und  Zarncke  (S.  19)
glaubten  aus  einigen  Worten  der  Vorrede  schliessen  zu  müssen,
dass  Berge  eine  ihm  bereits  vorliegende  Uebersetzung  fortgesetzt ­
  und  vollendet  habe;  er  spricht  nämlich  in  der  Vorrede
von  dem  englischen  Werke,  ,welches,  so  bald  nur  in  seiner
Sprache  es  durchlesen,  mich  alsofort  veranlasst,  auf  gleichmassige
  Art,  wie  es  unlängst  zuvor  von  dem  berühmten  Herrn
Theodoro  Haaken,  fürnehmen  Mitglied  der  Curiösen  Königlichen ­
  Gesellschaft  allbereit  angefangen,  vollends  überzutragen
und  durch  den  Druck  ans  Licht  zu  bringen*.  Er  muss  also  eine
iambische  Uebersetzung  von  Th.  Haacke  gekannt  haben;  weiter
besagen  diese  Worte  nichts:  innere  Gründe  lassen  sich  aber
nicht  dafür  geltend  machen,  dass  er  jene  Uebersetzung  zu  Grunde
legte;  Sprache  und  Stil,  sowie  die  Behandlung  des  Verses  zeigen
nirgends  erhebliche  Unterschiede:  auch  die  Methode  des  Uebertragens
  ist  dieselbe.  Die  Uebersetzung  von  Th.  Haacke,  der
überdies  damals  noch  am  Leben  war,  scheint  niemals  gedruckt
worden  zu  sein,  wie  auch  Koberstein  2,  93  richtig  vermuthet.
Was  A.  Brau  dl  aus  dem  von  ihm  in  der  Anglia  veröffentlichten
Briefe  Königs  an  Bodmer  geurtheilt  hat,  beruht  auf  einem
Irrtum.  König  spricht  deutlich  von  ,der  Milton’schen  Uebersetzung*, ­
  von  welcher  er  im  voraufgehenden  Briefe  (Litterarische

1  Brief  an  Bodmer  vom  80.  April  1725.  Ang-lia  Zeitschrift  für  englische
Philol.  1,  461.
            
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