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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 90. Band, (Jahrgang 1878)

Nachträge  zu  japanischer  Dialectforsclmng.

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Kagafi  (  ~)j  )  hat  den  Sinn  von  kake-afu  ,sich
aneinander  hängen'.  Man  findet  auch  kagafu  -kagafi.  Es
bedeutet  ein  Fest,  welches  in  den  östlichen  Reichen  im  Frühlinge,
  wenn  die  Blumen  erblühten  und  im  Herbste,  wenn  die
Blätter  gelb  wurden,  stattfand.  Die  Männer  und  Weiber  trugen
Speisen  und  Getränke  herbei  und  vergnügten  sich.  Nach  der
Geschichte  der  Sitten  des  Reiches  Fi-tatsi  versammelten  sich
an  dem  Tage  des  Opfers  des  Berges  Tsuku-ba  Männer  und
Weiber,  beschenkten  sich  mit  japanischen  Liedern  und  brachten
Heiraten  zu  Stande.  Man  nannte  dieses  kagafi.  Uta-kaki
,Mauer  der  Lieder'  ist  dieselbe  Sache.  Es  kommt  in  der
Geschichte  der  Sitten  des  Reiches  Setsu  vor.
Für  kagasi.  ,Vogelscheuche'  sagt  man  auch  Oj  ffl  (jamada)-no
  sofodzu  ^ em  Reiche  Sina-no  reicht
man  in  der  Nacht  der  Abschnittstheilung  (setsu  -kun)  die
Schelfe  der  Sardellenbohne  (iwasi-mame-gara).  Man  nennt
dieses  jatsn-kagasi  (  ^  ^  hat  die  Bedeutung
(jaki)-kagasi  ,verbrannte  Vogelscheuche'.  Man  findet  auch
den  Namen  (jaki-gusi)  ,Bratspiess‘.  Fine  Ueberlieferung
sagt,  dass  die  alten  Dämonen  sich  fürchten,  wenn  man  die
Sardellenschote  (iivasi)  brennt.
In  dem  Wa-mei-seö  ist  lcakajakasu  (  ~jj  A  )
die  Lesung  von  ,schimmern'.  Fs  ist  soviel  als  kagajdku.
Die  Rückkehr  von  Im  su  ist  ku.
Kaga-naku  ist  in  dem  Wa-mei-seö  die  Lesung  von
(  ff  -f-  ,anschreien'.  Das  Man-jeo-siü  sagt:  tsvku-ba-ne-in  |
kaga-naku  icasi  ,auf  dem  Gipfel  des  Tsuku-ba  |  der  anschreiende
Adler'.  Einen  Menschen,  der  sich  in  der  Welt  gerne  für  arm
ausgibt  (jo-ni  kononde  fin-ioo  tsib-suru  mono),  nennt  man  kaganaku
  ,anschreiend'.  Es  hat  denselben  Sinn  und  bezieht  sich
auf  eine  Stelle  in  dem  Buche  Tsclmang-tse’s,  wo  es  heisst:
,Ein  Geier  fand  eine  verfaulte  Ratte.  Er  blickte  zu  dem
Göttervogcl  empor  und  schrie  ihn  an'.  Die  Erklärung  sagt:
Er  fürchtete,  dass  der  Göttervogel  ihm  die  Ratte  entreisse.
—  In  der  Schrift  Taka-fasi’s  heisst  es:  Die  Stimme  des  Meeradlers ­
  (misago)  klingt  kaga  kugu  (  )]  A  ^  ).  Kaga-naku
bedeutete  somit:  Kaga  ,schreien'.
Kaka-nomu-  (U  "  SA)  ,schlucken,  mit  Geräusch  hinabschlucken'. ­
  Kaka  bezeichnet  das  Geräusch  beim  Trinken  des
Sitzungsber.  d.  phil.-liist.  CI.  XC.  Bd.  I.  Hft.

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