Skip to main content Jump to sidebar

Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 90. Band, (Jahrgang 1878)

Studien  über  attisches  Staatsrecht  und  Urkundenwesen.  I.

555

arch.  a.  a.  0.  119,  wornach  allerdings  die  Phyle  des  Schreibers
und  die  herrschende  Phyle  nicht  identisch  sind,  einen  solchen
Schluss  ziehen  darf,  und  dies  zu  constatiren  mag  Veranlassung
gewesen  sein,  dem  Schreiber  sein  Demotikon  beizufügen,  wie  aus
keinem  anderen  Grunde  dem  Präsidenten  zuerst  sein  Demotikon
beigefügt  wurde,  bis  Schreiber  und  Präsident  die  inzwischen
immer  mehr  üblich  gewordene  volle  Titulatur  empfingen.
Der  Vorsitzende  der  Versammlung  wird  in  dem  nacheuklidischen ­
  Decreten  in  derselben  Weise  wie  auf  den  älteren
mit  6  Selva  e'rcecxäxEi  bezeichnet.  Daneben  tritt  aber  sehr  bald  die
Form  xwv  TcpoeSpwv  eixet]^<piii£V  6  Selva  auf,  welche  wir  zum  ersten
Mal  auf  17 b  aus  01.  100,  3  =  378/7  v.  Chr.  (Z.  6  [xtov  njpoeSpwv
£Ttei|/ifyi£ev  Ilavxäpexo  [q  ]  leü?)  nachweisen  können.  Wir  geben
ihr  zum  Unterschiede  von  e  das  Zeichen  e.  Es  bleiben  dann
eine  Zeitlang,  die  sich  jetzt  mit  Rücksicht  auf  diese  jüngst
gefundene  Inschrift  nach  der  einen  Seite  genauer,  als  M.  H.  E.  Meier
(de  epistatis  Atheniensium  Halle  1855  S.  5)  und  von  Velsen
(Monatsber.  der  Berl.  Akad.  1856  S.  117)  dies  zu  thun  in  der
Lage  waren,  bestimmen  lässt  —  nach  dem  vorliegenden  Material
ist  die  letzte  datirte  Inschrift  mit  5  Ssiva  STuecxaxsi  nr.  109  aus
01.  108,  2  =  347/6,  130  gehört  derselben  Zeit,  128  ist  Copie
eines  voreuklidischen  Decretes  —  beide  Formen  in  Gebrauch,
nur  dass  e  als  die  alterthümlichere  auf  jenen  Inschriften  zumeist ­
  sich  findet,  deren  Protokolle  nach  dem  alten  Formular
cdbef  concipirt  sind.  e  und  e  bezeichnen  also  in  diesen
Urkunden  sachlich  dasselbe.  Vor  Euklid  hatte  e  eine  andere  Bedeutung, ­
  wie  Böckh  (Epigr.  chronol.  Stud.  S.  46  ff.)  überzeugend
darthat,  der  seine  Meinung  in  folgender  Weise  zusammenfasst:
,Bis  zu  Eukleides  oder  noch  etwas  später  [was  jetzt  durch
nr.  l b  Z.  2  und  21  aus  01.  94,  2  sehr  wahrscheinlich  geworden]
kam  die  Epipsephisis  den  Prytanen,  zunächst  dem  aus  ihrer
Mitte  bestellten  Epistates,  der  auch  selbst  vorzugsweise  Prytanis
genannt  wird,  zu;  nachher  ging  die  Epipsephisis  auf  die
nectribulen  Proedren  und  zwar  von  der  Zeit  ihrer  Einführung
ab,  über;  von  dem  Epistates  dieser  Proedren  wurde  nun  eine
Zeitlang  die  alte  Formel  6  Selva  errecxaxei  in  den  Präscripten
gebraucht,  wie  sie  vorher  vom  Epistates  der  Prytanen,  der
selber  Prytanis  war,  gebraucht  worden  war;  denn  das  Geschäft
des  Letzteren,  um  dessenwillen  er  mit  jener  Formel  in  den
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.