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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 90. Band, (Jahrgang 1878)

Studien  über  attisches  Staatsrecht  und  Urkundenwesen.  I.

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wodurch  allerdings  das  Präscript  einen  ganz  singulären  Zug
erhält;  aber  es  ist  schwer  etwas  besseres  zu  finden  und  das
Präscript  zeichnet  sich  noch  durch  eine  weitere,  durch  kein
Beispiel  einer  voi’-  oder  nacheuklidischen  Inschrift  belegbare
Singularität,  das  Fehlen  von  /,  aus,  worüber  Schoell  treffend
bemerkt:  ,Porro  illud  in  decreti  praescriptis  singulare  ac  praeter
usum  constantem  accidit  quod  omittitur  nomen  rogatoris  (o  Setva
ehre).  Negue  causa  longe  repetenda.  Nempe  rogatoris  loco  ipsi
cuyYpaipY)?  fuerant  a  quibus  decreti  verba  initium  capiunt,  quorwrn
sententia  aliqua.  cum  senatu  communicata  iam  senatus  popidique
suffragiis  rata  ßt‘.  (Vgl.  Schoell’s  Abhandlung  de  extraordinariis
quibusdam  magistratibus  Atheniensium  in  den  Commentat.  pliil.  in
honorem  Theodori  Mommseni  p.  459).
Das  ursprüngliche  Formular  der  voreuklidischen  Decrete
und  seine  Varianten  blieben  noch  eine  Zeit  nach  Euklid
unverändert  im  Gebrauch.  So  finden  wir  im  CIA.  II:
cdbef  3.  5.  11.  24  (c  nicht  erhalten).  25  (vgl.
Foucart  Revue  archeol.  1878  S.  119  ff.).
29.  31  (e  nicht  erhalten).
cdbeaf  13.  21.  26  (a  nicht  erhalten).  128.
cdbaef  9  (c  nicht  erhalten).
a  -\-  cdbef  74  (erhalten  nur  a  -f-  -d  b  e-).  105  (c  fehlt).
ab"  -j-  cdbef  78  (ef  nicht  erhalten).
ab"  -\-  cadbef  14 b .
Wir  können  annehmen,  dass  dieser  Gebrauch  sich  bis  Ol.  101,
also  etwa  drei  Decennien  nach  Euklid  erhielt;  denn  nr.  128
stammt  aus  dem  5.  Jahrhundert,  und  wie  uns  hier  die  späte
Abschrift  eines  älteren  Decretes  vorliegt,  so  vielleicht  auch  in
78  und  der  unvollständig  erhaltenen  Inschrift  77  (&?cde--).
74  betrifft  tepa,  105  einen  Staatsvertrag;  in  Decreten  beider
Art  conservirte  sich  am  liebsten  das  Alterthümliche.  Nicht
mit  einem  Mal  aber  gab  man  das  alte  Formular  auf,  sondern
allmälig  und  wir  können  den  Gang  dieser  Weiter-  und  Neubildungen ­
  ziemlich  genau  verfolgen.  Sie  vollziehen  sich  in
einer  doppelten  Richtung,  indem  man  1)  die  Bestandtheile
des  alten  Formulars  mit  Beibehaltung  ihrer  Abfolge  im  Grossen
und  Ganzen  in  eine  dem  stilistischen  Geschmack  der  Zeit,
welchem  die  einfache  Nennung  des  Schreibers,  Präsidenten
Sitzangsber.  d.  phil.-hist.  CI.  XC.  Bd.  III.  Hft.  36
            
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