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Horawitz.
ilim wahre Zuneigung zu ihm erregte. Vornehmlich müsse er
seine Bemühung um die Belebung der Wissenschaften preisen;
was er aus Leipzig gemacht, zeigen die (durch ihn berufenen)
Mosellanus, Stromer, Pistorius und Breytenbaeh. Er ist voll
Hoffnung, dass Georg die ärgerlichen Streitigkeiten der Scholastiker
und Humanisten ausgleichen werde. Damals schon
beschenkte der Herzog den Gelehrten; sein Schützling Heinrich
Eggendorf, den er zu seiner Ausbildung zu Erasmus schickte,
überbrachte diesem rohes Silber aus sächsischen Bergwerken. 1
In dem sub II mitgetheilten Briefe vom 25. Mai 1522 entschuldigte
sich Erasmus gewissermassen, dass er wieder nach
Basel zurückgekehrt, nur um den Druck seiner Werke zu besorgen;
er klagt darin ganz vertraulich über seine Kränklichkeit
und die schlechten Zeiten, ,nec minus est tumultus in studiis
quam in regionibus'. Eggendorf sei sein einziger Trost. In
dem nächsten Schreiben des Gelehrten an Georg 2 tritt bereits
das Verhältniss zu Luther schärfer hervor. Im Ganzen urtheilt
er günstig über Luther, tadelt nur dessen Mangel an Mässigung
bei seinem löblichen Werke, sieht in der Unterdrückung Luther’s
eine Gefahr für das Gute überhaupt. Er ergeht sich dann in
einer geschichtlichen Betrachtung des vorschreitenden Verderbs
der Kirche, es gelte heute den Funken des evangelischen
Glaubens wieder zu beleben. Sehr scharf äussert er sich
gegen die Gegner Luther’s, freilich habe er kein Bündniss mit
den Lutheranern, ihm missfalle ja nichts mehr als die Empörung.
Seine Ansicht gehe dahin, die ganze Angelegenheit mit
Stillschweigen zu übergehen. Die furchtbare Bulle des Papstes
habe so wenig als das furchtbare Edict des Kaisers mehr bewirkt,
als dass man den Brand schüre. Es möge vielleicht
die Zungen und Federn Einiger im Zaume halten, aber die
Gesinnungen werde es nicht verändern. Uebrigens hätten das
wohl Solche beim Kaiser durchgesetzt, die von den Gelehrten
wenig geschätzt werden. Auch in dem Briefe an Papst Adrian
sprach er sich mit erstaunlicher Offenheit über die Mängel der
Kirche, die Bedeutung Luther’s und Anderes aus. Georg von
Sachsen (cf. Nr. IV) schien den auch (1523) jede Hoffnung
1 Opera III. 329.
2 Ibidem 731.