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Ho ra witz.
gewinnen und wie man dort Alles anwendete, um den sichtlich
Widerwilligen in den für ihn so ärgerlichen und wenig ehrenvollen
Kampf zu treiben.
m.
Betrachten wir zuerst die lichte Seite seiner Beziehungen
zu den hier aufgeführten Correspondenten, so tritt uns auch
hier wieder das Bild Christophs von Stadion,' des edlen
Bischofs von Augsburg (von 1517 bis 1543) in ruhiger Würde
entgegen. Stadion war einer der gebildetsten deutschen Bischöfe,
so friedliebend und zur Versöhnung geneigt, dass protestantische
Fürsten und Theologen gerne auf ihn compromittirten.
Er war es, der die Confessio Augustana zu vertheidigen wagte.
Ein ausserordentlicher Mäcenas der Gelehrten, ja selbst von
Anfängern, unter Anderen von Caspar Bruschius, 2 wurde er
von diesen überaus gepriesen, Bruschius hat gute Beiträge zur
Charakteristik des liebenswürdigen Kirchenfürsten gegeben,
dem er sein Schriftchen Salomonis proverbiorum capita duo
1539 und als der Bischof 1543 starb, in demselben Jahre einen
Nachruf in seiner ,Sylua‘ widmete. Er deutet darin dessen
evangelische Gesinnung in den Versen an:
Dum pontifices reliqui Christum fidemque
Abiiciunt diris excutiuntur rnodis
Uenit is de tot millibus unus
Et uerum uoluit discere rite deum.
Freilich bemerkt er auch: Sed noctu tan tum uenit und
vergleicht ihn mit Nikodemus. Aber eben diese Eigentümlichkeit
des Bischofs war ja Erasmus’Wesen so sehr verwandt,
es begreift sich leicht, dass diese beiden Männer über die religiöse
Frage zu ähnlichen Anschauungen gelangten, Stadion
scheint aber jedenfalls weiter in den Concessionen gegangen
1 Cf. Zapf Nachrichten von Christoph von Stadion, Braun Nachrichten
vo.n Christoph von Stadion, Bruschius Opus magnum de episcopatibus
f. 149.
2 Cf. meinen Caspar Bruschius 31. 3ö. 36. 80 und meine Nachträge
zu C. Bruschius in den Mittheilungen des Vereines der Deutschen für
die Geschichte Böhmens 1876. S. 312 ff.