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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 90. Band, (Jahrgang 1878)

Ememlfttionen  zur  Naturalis  Ilistoria  des  Plinius.  II.

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allen  Wohlgerüchen  bezeichnet  (omnibus  odorilms  praefertur
balsamum)  und  dies  23,  92  noch  einmal  bestätigt  (Bälsaminum
lovgß  pretiosissimum  omnium).  Vergleicht  man  nun  die  Preise
anderer,  so  scheinen  30  Denare  für  den  Sextar  Balsam  unverhältnissmässig
  wenig.  12,  43  wird  der  Preis  für  1  libra  Nardenblätter
  auf  40,  GO,  75,  Nardenähre  auf  100  Denare  angegeben,
was  für  den  Sextar  Nardenöl  —  und  erst  dies  würde  doch  dem
Opobalsamum  entgegengestellt  werden  können  •—  einen  unvergleichlich ­
  höheren  Preis  ergibt.  1  Das  Pfund  Isocinnamon
kostete  300  Denare  (12,  98),  Cinnamomumreiser  normal  1000
Denare  (12,  93),  Malobathrumöl  bis  300  Denare  (12,  129),
Amomumtraube  60  Denare  (12,  48),  Cassiarinde  5  bis  50  Denare ­
  (12,  97),  Myrrhe  3  bis  50  Denare  (12,  70). 2  Die  Frage  ist
berechtigt,  wie  kam  der  Fiscus  dazu,  so  weit  hinter  diesen
Preisen  zurückzubleiben?
Auch  die  Ladenpreise  der  Salben  und  Parfümerien  gestatten ­
  einen  Masstab.  13,  20  wird  1  libra  von  den  theuersten
Wohlgerüchen  auf  über  400  Denare  angegeben. 3  Das  Cinnamominum
  erreichte  nach  13,  15  einen  Preis  von  300  Denaren.
In  Jerusalem  kostete  nach  Joh.  12,  3  und  5  die  litra  Nardensalbe
  300  Denare,  nach  Mark.  14,  3  ff.  ein  akdßaoTpov  über
300  Denare.  Martial  setzt  12,  65  4  ff.  das  Pfund  feiner  Salbe
10  Aurei  gleich.  Natürlich  waren  diese  alle  mit  anderen  billigen
Ingredienzen  gemischt.  Ein  wie  viel  gewinnbringenderes  Geschäft ­
  also  machten  die  Unguentarii  mit  dem  Balsam  als  mit
der  Nardensalbe,  wenn  sie  den  Sextar  reinen  Balsam  um  30
Denare  kauften  und  den  Sextar  wer  weiss  wie  stark  gefälschten
zu  600  Denaren  (nach  dem  Ansatz  bei  Plinius  13,  20)  verkauften ­
  !  Schliesslich  ist  auch  das  Prcisverhältniss  zwischen  den
Balsamroisern,  das  Pfund  zu'6  oder  5  Denaren,  und  dom  Opobalsamum, ­
  das  Pfund  zu  20  Denaren,  ein  durchaus  unnatürliches.

1  Der  Masstab,  den  12,  129  an  die  Hand  gibt,  wo  das  Pfund  Malobatlmimblätter
  auf  GO,  Malobathrumöl  auf  300  Denare  angesetzt  wird,  ist  natürlich
nicht  verlässlich,  wird  er  aber  angelegt,  ergibt  er  für  den  Sextar  Nardenöl
5G0—750  Denare.
2  In  der  Aufzählung  der  zur  Zeit  des  Plinius  theuersten  Waaren  37,  204
steht  das  Opobalsamum  der  Myrrhe  voran.
3  Exceduntque  quadrvng&noa  devarios  librae.  Die  Leseart  ist  dort  durch  die
Uebereinstimmung  von  Codex  M  uncl  R  gesichert.
            
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