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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 90. Band, (Jahrgang 1878)

Emeudutionen  zur  Nuturalia  Historia  des  Plinius.  II.

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auch  das  weiter  Folgende;  denn  inde  in  Italiam  quoque  transtulit
  id  genus  kann  nur  von  dem  Abkömmling  der  immergrünen ­
  Platane  auf  Kreta  verstanden  werden,  weil  die  gewöhnliche ­
  Platane  längst  in  Italien  eingebürgert  war,  wie  ausser
Plinius  §.  6  ff.  die  häufige  Erwähnung  des  Baumes  bei  anderen
Schriftstellern  beweist.  1  Zugleich  darf  schon  bei  diesen  Worten
nach  dem  ganzen  Zusammenhang  angenommen  werden,  dass
der  Abkömmling  die  specifiselic  Eigenschaft  des  Mutterbaunies
gewahrt  habe.  Und  was  schon  hiernach  angenommen  werden
darf,  wird  auf  das  bestimmteste  vorausgesetzt  durch  die  Worte
durantque  et  in  Italia  portenta  terrarum  etc.  Das  kann  nicht
von  einer  nur  geringen  Abweichung  von  der  gewöhnlichen
Platane  verstanden  werden  und  ebensowenig  etwa  von  der
Grösse,  wie  bei  den  §.  9  und  10  beschriebenen  Exemplaren.
Denn  in  fünfundzwanzig  Jahren  wächst  keine  Platane  zu  einem
mächtigen  Baume  heran. 2
Hiernach  ist  klar,  dass  die  bisherige  Auffassung  der  Worte
regeneravere  vitiimi  unrichtig  ist,  und  es  fragt  sich,  ob  eine
andere  möglich,  oder  ein  Verderbniss  anzunehmen  sei.  Ausgegangen ­
  ist  die  unrichtige  Auffassung  offenbar  von  der  Ädversativpartikel
  sed  und  nur  wenn  diese  Partikel  ohne  Beziehung
auf  regeneravere  vitium  gesetzt  sein  könnte,  würde  sie  nicht
nothwendig  jene  unrichtige  Auffassung  bedingen.  An  sich
könnte  sie  das  Abbrechen  der  kleinen  Digression  von  der
fabulositas  Graeciae  bezeichnen.  Doch  empfiehlt  sich  dies
durch  nichts.  Der  Schriftsteller  hätte  fühlen  müssen,  wie  sehr
dem  Missverständnis  ausgesetzt  seine  Rede  sei  und  hätte  dem
Vorbeugen  müssen,  indem  er  wenigstens  statt  satae  ein  Verbum
finitum  wählte.  Zwar  kommt  es  vor,  dass  die  Haupthandlung
in  das  Particip  zurücktritt,  wie  z.  B.  9,  148  intellectum  inesse
Ms  apparet,  quia,  ubi  avulsorem  sensere,  contractae  multo  difficilias
  abstrahuntur. 3  Doch  ist  eine  solche  Auffassung  in  dem
vorliegenden  Falle  kaum  zulässig  und  wird  auch  durch  die-1

  Vgl.  Hehn,  Culturpflanzen  und  Hausthiere  in  ihrem  Uebergange  aus  Asien
nach  Griechenland  und  Italien,  S.  256  f.
2  §.  12  wird  auch,  wie  ich  sehe,  allgemein  von  einem  genus  platani  folia
numquam  dimittens  verstanden.  Vgl.  die  Indices  zu  den  Ausgaben.
3  Vgl.  Wex  zu  Tac.  Agr.  p.  274.  Nipperdey  Kheiu.  Mus.  19;  S.  104.
            
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