Emendationen zur Naturalis Historia des Plinius. II.
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10, 126.
Nec Diomedias praeteribo aves. Jiiba cataractas vocat et eis
esse dentes oculosque igneo colore, cetero candidis, tradens.
Obwohl alle Codices et vor eis bieten, fehlte es doch in
den älteren Ausgaben. Erst Sillig hat es in den Text aufgenommen,
ohne jedoch zu verkennen, dass mit der Copulativpartikel
das Particip tradens unverträglich sei, das er desshalb
als Glosse zu streichen geneigt war. Aus dem gleichen Grund
schlug Mayhoff tradit statt tradens vor. Allein der ganze Anstoss,
den die Editoren an der Ueberlieferung genommen haben,
beruht auf einer, allerdings sehr verzeihlichen, Vergesslichkeit.
Schon §. 7 nämlich hat Plinius einen Vogel berührt, dem Zähne
beigelegt werden: Phemonoe Apollinis dicta filia dentes ei
(morphno aquilae) esse prodidit. Darauf also bezieht sich
Plinius an unserer Stelle und et ist nicht die einfache Copulativpartikel,
sondern = etiam. Es ist also Alles in Ordnung, wenn
dies durch die Interpunction angezeigt wird:
Jnba cataractas vocat, et eis esse dentes oculosque igneo
colore, cetero candidis, tradens.
Vgl. 26, 133 alii pinus foliis similem nigricantem eodem
nomine appellant., vim eins admirabilem tradentes. 17,87; 263.—
Die Beziehung auf eine so weit zurückliegende Stelle ist bei
Plinius überhaupt nichts Ungewöhnliches, wie ich in der Zeitschrift
f. d. österr. Gymn. 1877, S. 831 nachgewiesen habe,
und ist hier um so weniger zu beanstanden, als es sich um
eine Abnormität handelt, deren Erwähnung leichter im Gedächtnisse
haftet. Vgl. 11, 164 volucrum nulli dentes praeter
vespertilionem.
10, 165.
Aquila tricenis diebus incubat, et fere maiores alites, minores
tricenis, ut miluus et accipiter. singulos fere parit, numquam plus
ternos, is qui aegolios vocatur et quaternos, corvus aliquundo et
quinos. incubant totidem diebus.