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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 90. Band, (Jahrgang 1878)

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D.  II.  Müller.

Constantinopeler  Handschrift,  im  Codex  Miles  heisst  es  weiter:)
,Wer  aber  noch  vollständiger  diese  Gedichte  kennen  lernen  will,
der  möge  die  Schilderungen  der  Gewitter  und  die  Beschreibungen
von  Tränkplätzen  der  Wildesel  bei  den  arabischen  Dichtern
nachlesen;  denn  diese  beiden  Arten  von  Schilderungen  enthalten ­
  die  meisten  Namen  von  Wasserplätzen  und  Wohnstätten
der  Araber.  Ich  kenne  aber  Keinen,  der  von  der  arabischen  Halbinsel ­
  eine  Wegstrecke  von  24  Tagen  in  einem  originellen  Gedichte ­
  beschrieben  und  vielfach  darin  das  Kameel  und  die  Wüste
geschildert,  ausser  Ahmed  ibn  Tsä  al-Ridä'i  aus  dem  oberen
Chaulän.  Er  wohnte  in  Ridä'  in  Jemen  und  beschrieb  die
Länderstrecken  von  da  nach  Mekka  über  die  San'ästrasse  im
oberen  Negd.  Ich  hatte  einmal  auch  von  einem  Basrenser
einige  Verse  über  die  Basra-Mekkastrasse  gehört,  die  nicht
schlecht,  aber  im  Ganzen  doch  schwach  waren.  Auch  Abu
Jüsuf  ibn  Abi  Fudbäla  al  -  Abnäwi,  der  Grossvater  des  Abu
Jüsuf,  der  in  der  Zeit  des  Muhammad  ibn-Ga'far  lebte,
hatte  ein  Jambengedicht  über  die  Pilgerfahrt  von  San'ä  gemacht, ­
  das  sehr  schwach  war,  in  Folge  dessen  verspottet  und
missachtet  wurde,  bis  es  ganz  in  Vergessenheit  gerieth  und  sich
Niemand  mehr  fand,  der  es  recitiren  konnte,  mit  Ausnahme
weniger  Verse,  die  ohne  Kraft  und  Originalität  sind.
Was  nun  aber  die  Qaside  des  al-Kida'i  betrifft,  so  haben
viele  Gelehrte  von  San'ä,  insbesondere  aber  die  Abnä  (die
Abkömmlinge  der  Perser)  Vieles  in  derselben  aus  Anmaassung
und  Neid  verändert,  so  dass  ich  in  San'ä  keine  richtige  Copie
gefunden  habe.  Ich  Hess  aber  nicht  nach,  eine  correcte  Ueberlieferung
  zu  suchen,  bis  ich  sie  erhalten  habe  von  Ahmed  ibn
Muhammad  ibn  'Obaid  aus  der  Familie  der  Banü  Lif  von  den
Persern.  Er  gehörte  keiner  Partei  an  und  suchte  nicht  das
Verdienst  von  irgend  Jemand  zu  verkleinern.  (Das  Geschlecht
der  Lif  bestand  aus  zwei  Familien,  von  denen  die  eine  in
Ridä',  die  andere  in  San'ä  wohnte.)  Er  (Ahmed  ibn  Muhammad) ­
  sagte  mir:  Es  hat  mir  in  meiner  Kindheit  Ahmed  ibn
Tsä  in  Ridä'  zu  je  zehn  Versen  das  Gedicht  überliefert,  bis
ich  es  auswendig  gelernt  habe.  Nur  was  aus  dichterischer
Licenz  fehlerhaft,  sonst  aber  nicht  von  Belang  war,  berichtigte
und  verbesserte  ich;  auch  habe  ich  die  dem  gemeinen  Volke
minder  geläufigen  Ausdrücke  erklärt.  Dieses  Gedicht  ist  einzig
            
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