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D. II. Müller.
Constantinopeler Handschrift, im Codex Miles heisst es weiter:)
,Wer aber noch vollständiger diese Gedichte kennen lernen will,
der möge die Schilderungen der Gewitter und die Beschreibungen
von Tränkplätzen der Wildesel bei den arabischen Dichtern
nachlesen; denn diese beiden Arten von Schilderungen enthalten
die meisten Namen von Wasserplätzen und Wohnstätten
der Araber. Ich kenne aber Keinen, der von der arabischen Halbinsel
eine Wegstrecke von 24 Tagen in einem originellen Gedichte
beschrieben und vielfach darin das Kameel und die Wüste
geschildert, ausser Ahmed ibn Tsä al-Ridä'i aus dem oberen
Chaulän. Er wohnte in Ridä' in Jemen und beschrieb die
Länderstrecken von da nach Mekka über die San'ästrasse im
oberen Negd. Ich hatte einmal auch von einem Basrenser
einige Verse über die Basra-Mekkastrasse gehört, die nicht
schlecht, aber im Ganzen doch schwach waren. Auch Abu
Jüsuf ibn Abi Fudbäla al - Abnäwi, der Grossvater des Abu
Jüsuf, der in der Zeit des Muhammad ibn-Ga'far lebte,
hatte ein Jambengedicht über die Pilgerfahrt von San'ä gemacht,
das sehr schwach war, in Folge dessen verspottet und
missachtet wurde, bis es ganz in Vergessenheit gerieth und sich
Niemand mehr fand, der es recitiren konnte, mit Ausnahme
weniger Verse, die ohne Kraft und Originalität sind.
Was nun aber die Qaside des al-Kida'i betrifft, so haben
viele Gelehrte von San'ä, insbesondere aber die Abnä (die
Abkömmlinge der Perser) Vieles in derselben aus Anmaassung
und Neid verändert, so dass ich in San'ä keine richtige Copie
gefunden habe. Ich Hess aber nicht nach, eine correcte Ueberlieferung
zu suchen, bis ich sie erhalten habe von Ahmed ibn
Muhammad ibn 'Obaid aus der Familie der Banü Lif von den
Persern. Er gehörte keiner Partei an und suchte nicht das
Verdienst von irgend Jemand zu verkleinern. (Das Geschlecht
der Lif bestand aus zwei Familien, von denen die eine in
Ridä', die andere in San'ä wohnte.) Er (Ahmed ibn Muhammad)
sagte mir: Es hat mir in meiner Kindheit Ahmed ibn
Tsä in Ridä' zu je zehn Versen das Gedicht überliefert, bis
ich es auswendig gelernt habe. Nur was aus dichterischer
Licenz fehlerhaft, sonst aber nicht von Belang war, berichtigte
und verbesserte ich; auch habe ich die dem gemeinen Volke
minder geläufigen Ausdrücke erklärt. Dieses Gedicht ist einzig