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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 90. Band, (Jahrgang 1878)

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D.  IT.  Müller.

Werkes  zu  charakterisiren,  die  aus  den  vielen  Auszügen  nickt
zu  erkennen  sind.
Bei  dem  beschreibenden  Charakter  der  arabischen  Poesie
bildet  die  Natur  und  die  Umgebung  den  Gegenstand  der
Dichtung,  und  wie  die  Schilderungen  der  Naturerscheinungen
und  der  klimatischen  Verhältnisse  bei  keinem  Volke  enger  mit
der  Poesie  verbunden  sind,  als  bei  den  Arabern,  so  ist  es
auch  mit  der  Geographie  der  Fall.  In  der  arabischen  Poesie
also  liegen  die  ersten  Keime  der  Geographie  und  zugleich  die
ersten  Anregungen,  den  Gegenstand  gründlich  und  umfassend
zu  bearbeiten.  Besonders  enthalten  Gedichte,  die  Gewitter  und
Regenschauer  schildern,  wie  solche,  die  Tränkplätze  der  Wildesel ­
  beschreiben,  eine  zahllose  Menge  von  Wolmplätzen,  Thälern,
Bergen  und  Flüssen  der  Araber.  Nebstdem  sind  Schilderungen  der
Gegenden  vorhanden,  welche  die  verschiedenen  Stämme  bewohnt,
verlassen  und  durchzogen  haben  —  die  ältesten  Itinerarien.  Es
ist  selbstverständlich,  dass  insbesondere  grosse,  Auswanderungen,
wie  z.  B.  die  des  Stammes  Azd,  in  der  Erinnerung  durch  Lieder
erhalten  worden  sind.  Durch  die  Anlage  dieser  Gedichte  lag  es
sehr  nahe,  umgekehrt  auch  streng  geographische  Beobachtungen
zu  poetisiren,  wie  z.  B.  in  einem  grossen  Gedichte  die  Pilgerfahrt
nach  Mekka  und  die  durchzogenen  Gegenden  zu  beschreiben.
Eine  weitere  Anregung  und  Förderung  erhielten  die  geographischen ­
  Kenntnisse  eben  durch  die  Pilgerfahrten  nach
Mekka.  Von  allen  Seiten  der  Halbinsel  strömten  jährlich  grosse
Massen  dem  Heiligthume  zu,  und  so  bildeten  sich  mit  der  Zeit
Verzeichnisse  von  Reiserouten,  die  ganz  Arabien  durchzogen.
Durch  alle  diese  Umstände  wurde  bei  den  Arabern  der  Sinn  für
Geographie  frühzeitig  geweckt  und  es  entstanden  so  einerseits
eine  grosse  Anzahl  geographischer  Beschreibungen  einzelner
Gegenden,  wie  andererseits  Verzeichnisse  von  Wohnsitzen
der  verschiedenen  Stämme.  Ausserdem  wirkten  anregend  die
Schriften  des  Ptolemäus,  die  unter  der  Regierung  des  Chalifen
Mamün  in’s  Arabische  übertragen  worden  sind,  und  waren  von
grossem  Nutzen  für  Längen-  und  Breiten-Bestimmungen  sowie
für  ähnliche  der  astronomischen  Geographie  ungehörige  Fragen.
Ein  wissenschaftlicher  Geograph  musste  neben  der  eigenen
Beobachtung  alle  diese  Hilfsmittel  benützen  und  eine  eingehende
Prüfung  des  Inhalts  unseres  Buches  ergibt,  dass  al-Hamdani
            
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