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D. H. Müller.
ich mir die doppelte Aufgabe gestellt hatte: Erstens ein bibliographisches
Verzeichniss der dort vorhandenen, in europäischen
Bibliotheken aber selten vorkommenden arabischen Werke anzufertigen,
zweitens alte handschriftliche Werke aus dem Gebiete
der Geschichte, Geographie und der schönen Literatur copiren
zu lassen.
Ich musste jedoch — mit Rücksicht auf die mir knapp
zugemessene Zeit, ferner aber mit Rücksicht auf den Umstand,
dass ich bei meinen Arbeiten in den Bibliotheken eine vom
dermaligen Unterrichtsminister Munif Effendi beorderte Commission
mit der Katalogisirung der Handschriften der fünfundzwanzig
grösseren Bibliotheken beschäftigt fand, als deren
Resultat mir einige schon gedruckte Bogen gezeigt worden
sind — von dem ersten Theil der mir gestellten Aufgabe
abstehen.
Es ist freilich sehr zweifelhaft, ob der Plan-einen Gesammtkatalog
anzufertigen auch unter der Ungunst der Verhältnisse,
die seither über das türkische Reich hereingebrochen sind,
ausgeführt werden konnte. Noch viel weniger wird es jetzt
der türkischen Regierung möglich sein, die Manuscripte der
Moscheenbibliotheken in eine grosse Sammlung zu vereinigen,
wie es der Wunsch des Unterrichtsministers war, den er mir
gegenüber geäussert hat.
Da jedoch das Alles nicht vorausgesehen werden konnte und
ich nicht unnützer Weise Arbeit und Zeit für ein Unternehmen
verschwenden mochte, das durch den umfassenden Katalog unzureichend
und überflüssig geworden wäre, so beschränkte ich
mich auf die Ausführung des zweiten Theiles der mir gestellten
Aufgabe und hatte die Genugtliuung, drei Handschriften zu
finden, die ich zu meinen Zwecken benützen konnte. Die
eine, das Buch der arabischen Halbinsel von al-Hamdäui, das
ich im British Museum copirt hatte, habe ich in Constantinopel
collationiren können und die zwei andern ,das Buch über die
Pferde von al-Asma'P und den ,Divan des al-'Aggäg‘, beide
Unica, liess ich copiren und collationirte dieselben sorgfältig.
Im Folgenden gebe ich eine ausführliche Beschreibung
dieser drei Handschriften, die zugleich deren Werth beleuchten
soll.