D. Sprachprobe.
I.
Me avjd and o gau; and o gau dzuven but gadze; odold
Ich kam in das Dorf; in dem Dorfe leben viele Bauern; diese
gadze dry van corore; sarende jelc bahn; kjera tykne.
Bauern sehr arm; alle haben (je) ein Schaf; die Hütten klein.
Gadze e phu pa/jjnm, marö and o föro biknen, otden
Die Bauern die Erde pflügen, das Brod in die Stadt Verkaufen, zahlen
bare oddngire.
viele Abgaben.
II.
Odovd rom; beste nane ni dai ni dad; jou na
Hier ist ein Zigeuner; er hat nicht weder Mutter noch Vater; er nicht
d£ineb, kici leske bersd, köli jou bianddpe. You devles
weiss, wieviel ihm (sind) Jahre, wann er geboren ist. Er zu Gott
mangebape, dar et bengestir. Kaie jakhd beste, kabö mui.
betet, den Teufel fürchtet. Schwarze Augen hat er, dunkles Gesicht.
Kdtir jou avjd ? Sösa jou sabelpe ? You karel posüda,
Von wo er ist gekommen? Womit er sich beschäftigt? Er verbessert Geschirr,
karel gren.
heilt Pferde.
,Der Stock des Sohnes' heisst; käst e chaveskiro. ,Die
Tochter der Mutter' heisst: e chai e ddkiri.
Zum' Schlüsse glaube ich versichern zu können, dass die
Wiedergabe der Laute durch die am Anfänge genannten Zeichen
genau und richtig ist. Die grosse Mehrzahl der Wörter habe
ich mir drei- ja viermal vorsprechen lassen, uud zwar von
mehreren Zigeunern. Diejenigen Worte, deren Wortlaut mir
nicht deutlich hörbar wurde, habe ich mit einem Fragezeichen
versehen. Irgend welche Änderungen an zweifelhaften Formen,
etwa auf Grund anderer, ihnen entsprechender und genau aufgezeichneter
Formen, habe ich mir nicht erlaubt, obwohl dies
in manchen Fällen möglich und gerechtfertigt schien. Endlich
muss ich noch mein Bedauern aussprechen, dass jene Zigeunerbande,
trotz des Versprechens reicher Geldgeschenke meinerseits,
nicht wieder in die Gegend zurückkehrte, in der ich
■