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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 90. Band, (Jahrgang 1878)

Deutsche  Studien.

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erschien  im  Jahre  1540  mit  einer  langen  Widmung  theologischen
Inhalts  (,Datum  Wittemberg  etc.')  an  Kurfürst  Johann  Friedrich
von  Sachsen  ,als  meinen  Gnedigsten  Landsfürsten  vnd  Erbherren' ­
  (b  1).  Greif  nimmt  an,  dass  diese  seine  Historien  der
drei  Erzväter  Abraham,  Isaac  und  Jacob  vor  dem  Kurfürsten
gespielt  werden  würden  (b  5)  wie  in  den  letzten  Jahren  der
Johann  Hus  (von  Agricola),  die  Judith  (von  Greif  selbst)  und
zuvor  ,das  spiel  von  Ertzvater  Jacob  vn  seiner  zwelff  sone'  (das
wohlbekannte  Magdeburger  Stück).
Die  Erzväter  werden  als  Vorbilder  der  Beharrlichkeit  im
Glauben  hingestellt,  der  Kurfürst  mit  Abraham  verglichen.
Man  sei  Gott  Dank  schuldig,  dass  jetzt  wieder  viele  grosse
Fürsten  und  Herren  täglich  selbst  mit  Gottes  Wort  umgehen
und  es  nicht  blos  ,grossen  Bischoffen,  Verthumbten  vnd  Irregulirten
  Herren,  Faulfresigen  Gotlossen  münchen,  Vngelerten
vernichten  Pfaffen'  überlassen,  ,wie  vor  Zeiten  vnter  des  Bapsts
des  Teuffels  reich  geschehen'.
Auf  die  Widmung  folgt  noch  eine  weitere  Vorrede  ,Dem
Leser',  worin  er  sich,  wie  oben  erwähnt,  auf  Valten  Voith  und
Hans  Tirolf  bezieht  und  den  Nutzen  der  dramatischen  Spiele
hervorhebt.  Und  dahinter  verzeichnet  er  ,die  Personen  aller
dreier  Historien',  woraus  man  auch  auf  die  Umarbeitung  des
Jacob  einige  Schlüsse  ziehen  kann.
Ich  hebe  hervor:  ,Der  erste  fusgenger,  welcher  Joseph
jrrende  findet  auff  dem  felde;  Der  Henger;  Des  hengers  knecht;
Potiphar  priester  zu  On;  Asmath  seine  tochter,  die  braut;
Der  braut  mutter;  Drey  Egyptier,  welche  klagen  von  wegen
der  tewren  zeit;  Drey  Ertzte,  welche  Jacobs  leib  salben  zum
begrebnus;  Drey  ander  Egyptier,  welche  leid  tragen  mit  Joseph
vber  seinen  Vater  Jacob'.  Wenn  man  oben  Leschke  vergleichen ­
  will,  so  zeigt  sich  bald,  dass  die  Erweiterungen  zum
Theil  nach  derselben  Richtung  gehen,  vielleicht  auf  Grund
des  selben  Musters,  Thiebold  Gart’s.  Es  ist  aber  kein  Anhaltspunkt ­
  zu  der  Vermuthung  gegeben,  Leschke  habe  nicht  das
alte  Magdeburger  Stück,  sondern  Greff’s  neuen  uns  verlorenen
Jacob  vor  sich  gehabt.
Nachdem  hierauf  noch  einmal  die  Personen  des  Abraham
aufgezählt  sind,  schliesst  sich  erst  ,Die  Vorrhede'  des  ,Actors‘,
acht  Seiten  lang,  an;  sie  gibt  aber  nur  das  Argument.
            
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