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Scherer.
Uebersicht von Greff’s Leben und Werken.
Geboren in Zwickau, durch Stephan Roth gefördert;
•1528 immatriculirt in Wittenberg, wo er vermuthlich Georg
Sabinus, Georg Major, Heinrich Ham, Erhard Milde 1 kennen
lernte und noch im Sommer 1531 sich aufhielt (Luther Br.
6, 576); dann zu Halle im Schulamt, traf er 1533 mit Georg
Sabinus daselbst wieder zusammen. Wahrscheinlich hatte er
schon die Uebersetzung der Aulularia, die Zusätze zu Ham’s
Andria, die Judith, den Mundus fertig, als er nach Magdeburg
übersiedelte, wo er 1534 gemeinschaftlich mit Georg Major
das Spiel vom Patriarchen Jacob und seinen zwölf
Söhnen verfasste. Sein Antheil daran ist nicht gross: von
einzelnen Versen abgesehen, der erste Act, der Monolog Josephs
IV. 1, im ganzen V. 2, eine Seite innerhalb V. 6 und das
Akrostichon.
1535 erschien zu Magdeburg und aus Magdeburg datirt
die Uebersetzung der Aulularia und Ham’s Andria mit
den Zusätzen. Auf der Rückseite des Titels ,Cyprianus Vommelius
Phrysius, candido lectori Salutem'. Hierauf Widmung
Greff’s an Stephan ,Rott‘: er suche nicht seinen Ruhm mit
diesen ,Rithmis £ , sondern wolle zur sittlichen Veredlung wirken,
,die weil ich sehe, das itzt (welchs Gott geklagt) gute künste,
alle erbarkeit vnd redligkeit, alle gute sitten vnd zucht . . .
so gar verachtet, geschendet vnd nachgelassen werden'. Die
Schauspiele geben Exempel des Lebens, jeder soll sich das
für ihn Passende herausnehmen; so sei das gegenwärtige Plautinische
Stück gegen den Geiz gerichtet. So wollten auch
unsere Vorfahren mit dem Spiel der Passion zu Andacht und
Frömmigkeit reizen, mit S. Dorotheen-Spiel zum Ausharren
bei Gott und seinem göttlichen Wort. ,Solch ein spiel ist auch
gewesen von des heiligen Johannis des Tauffers enthaubtung,
vnd viel andere mehr, wie jederman bas weis, denn ich sagen
kan.' (Vgl. die obigen Verse aus der Susanna.) Man sollte,
um die Comödien mehr in Ansehen zu bringen, sich dankbarer
1 Auch Paul Rebhuu muss sich um dieselbe Zeit in Wittenberg; aufgehalten
haben; im Album finde ich nur 136 b Paulus Rebiger Sprutauianus
Dioc. Vratislavien. 1 octob. (1529); ist er das? — Sabinus 148“; Major
40 ft (vgl. Voigt Briefw. Albrechts von Preussen S. 425).