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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 90. Band, (Jahrgang 1878)

Deutsche  Studien.

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Josephs  d  4,  aber  so  kleine  Stücke  geben  keine  Sicherheit).
In  jener  Rede  Josephs  begegnet  das  Anrufen  einzelner  Personen, ­
  das  sonst  in  Partien  des  A  auftritt:  ,Wolan  komb  her,
dich  mein  ich  dort'  (Simeon  ist  gemeint)  ,Du  solst  hie  bleiben
ytzt  bey  mir  Bis  das  sie  kommen  widder  schir'.
Von  V.  3  an  schwindet  die  Sicherheit;  im  Ganzen  glaubt
man  A  zu  hören,  aber  es  finden  sich  einzelne  bedenkliche
Zeilen,  die  er  sich  früher  nicht  erlaubte.  Darf  man  die  in  der
Vorrede  bezeugte  Eile  anschlagen,  mit  der  das  Stück  verfasst
wurde  und  die  auch  den  besseren  Dichter  gegen  den  Schluss
hin  wider  Willen  unsorgfältig  machen  musste?
In  V.  3  findet  sich  zweimal  der  Versanfang  ,Vorwar  vater.'
Noch  schlimmer  ist  der  Versschluss  in  den  Zeilen  ,So  soll  die
schuldt  alle  mein  sein'  (1.  ,all  mein'  oder  ,all  meine'?)  und
,Der  almechtig  Gott  der  geb  euch'  (beide  d  5').  In  V.  4  stellt
die  Zeile  *,Ist  ehr  gstorben  aber  lebt  ehr  noch'  (d  6)  und  kehrt
in  V.  6  (e  2)  buchstäblich  wieder;  aber  vielleicht  ist  sie  doch
nach  e  3  ,Ob  ich  gestorbn  aber  lebe  noch'  zu  emendiren.
Scene  V.  5  beginnt  mit  einer  Rede  Rubens,  worin  ,Woist
dir  lassen  vorschmähen  nicht',  ,Datell  vnd  mandel  schenck  wir
dir'  und  auftactlos  ,Balsam,  liönig,  würtz  vnd  myhr'.  Im
Uebrigen  gut;  hervorzuheben  die  letzte  Zeile:  ,Nu  hats  mit
vns  kein  fehl  nit'.
In  V.  6  stimmt  zunächst  wieder  ,Das  woldt  der  liebe
Gott  nit'  sehr  gut  zu  der  Autorschaft  von  A.  Aber  ,Erzeiget
so  grosse  wolthat'?  Vielleicht  ,Erzeigt  so  grosse  wolthät'.
Schlecht  sind  die  Versschlüsse  e  2  dicht  hinter  einander  ,zü
haus  bin  :  allein  mein  sein'  (aber  vgl.  den  entsprechenden  Vers
d  5'  Sc.  V.  3  ,alle  mein  sein',  wo  soeben  ,all'  vorgeschlagen
wurde),  ,mäg  frey  sein';  und  die  allerdings  vorhandene  Möglichkeit, ­
  auch  hier  fehlende  letzte  Senkung  anzunehmen,  mag
man  nicht  so  oft  benutzen.  Gleichwol  spricht  immer  noch  für
A  die  überwiegende  Wahrscheinlichkeit:  denn  dass  sich  B
gegen  den  Schluss  dieser  eiligen  Arbeit  so  verbessert  haben
sollte,  ist  sehr  wenig  glaublich;  auch  finden  wir  ihn  S.  e  2'
mitten  in  Josephs  Erkennungsrede  mit  seinen  Eigenthümlichkeiten
  wieder.  Er  mag  etwa  bei  dem  ungefügen  Verse  ,Dein
lieber  son  Joseph  saget  so'  begonnen  haben;  gleich  nachher
klingende  Zeilen  ohne  Auftact;  Versschluss  ,als  (d.  h.  alles)
Sitzungsber.  d.  phil.-hist.  CI.  XC.  Bd.  II.  Hft.  15
            
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