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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 90. Band, (Jahrgang 1878)

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Scherer.

Durch  den  unreinen  Doppelreim  muss  der  Verfasser  die
fünf  Hebungen  für  entschuldigt  gehalten  haben.  Er  macht
sonst  dem  Principe  der  Silbenzählung  insofern  eine  gewisse
Concession,  als  er  klingende  Zeilen  weit  seltener  zulässt  wie
stumpfe;  und  da  einzelne  dieser,  klingenden  Ausgänge  noch
oft  durch  Schreibung  stumpf  werden,  so  kann  man  zweifeln,
ob  das  nicht  für  alle  durchzuführen  wäre.
Auch  im  ganzen  dritten  Act  kann  ich  nur  A  erkennen.
III.  1  (b  3')  ist  zu  lesen:  Wir  wollen  (statt:  wolln)  yn  vorkäuffen
  so  mehr:  man  darf  ,vorkauffn'  schreiben.  Eine  wirkliche ­
  Nachlässigkeit  muss  III.  2  (b  6)  vorliegen:  Das  sol  vnser
entschuldigung  sein;  entweder  ,vnser  entschuldgung'  oder  ,vnsr
entschuldigung'.
IV.  1  wird  durch  einen  Monolog  Josephs  von  B  eröffnet.
Eine  Zeile  wie  ,In  die  grübe  worffen  sie  mich'  könnte  A  niemals ­
  schreiben.  Es  sind  Versschlüsse  vorhanden  wie  züm
besten  than  hast,  vber  hüb  fast,  vörlest  nicht,  angenem  sey,  sehen
hynein.  Auch  die  Betonung  tröstlich  (:  dich)  ist  uns  schon  bekannt. ­
  Ebenso  treten  die  merkwürdigen  klingenden  Reimpaare
wieder  auf,  nur  nicht  mit  derselben  silbenzählenden  Pedanterie
geschrieben;  z.  B.
Doch  du  mir  erhielst  das  leben
Sie  dir  nicht  kontten  wider  streben,
nach  der  früheren  Methode  wäre  ,strebn'  geschrieben.
Aber  alles  Uebrige  in  dem  Act  hat  A  verfasst.  Die
Schlusszeile  von  IV.  5  ist  die  schlechteste:  ,Sich  nu  des  hoffmeisters
  knecht  kümpt'.  Aber  A  und  B  gebrauchen  das  Wort
,hoffmeister'  zweisilbig,  wir  dürfen  den  Vers  daher  mit  fehlender ­
  letzter  Senkung  lesen.  In  c  8  ,Die  körn  sollen  schütten
auff'  kann  man  annehmen,  dass  ,korn £  Hebung  und  Senkung
füllt  (Anz.  f.  d.  Alterth.  1,  251);  vgl.  d  8  ,Sie  sacken  ytzt
das  körn  schon';  e  2  ,Vnd  dencket  nicht  das  zorn  sey'.
V.  1  ist  von  A.  Der  letzte  Vers  wol  zu  lesen  ,Las  dirs
yn  des  auch  wöl  ghan.
V.  2  im  Ganzen  von  B,  vgl.  besonders  die  Reime  ehr  :
brüder,  brüdern  :  ehrn,  zornig  :  güttig.  Doch  möchte  ich  die
Rede  Josephs  (Vorwar  vorwar  nu  hör  ich  frey),  so  wie  die
Rede  Rubens  (Wolan  yhr  brüder  dencket  zu)  dem  A  zuschreiben ­
  (auch  möglicherweise  die  Reden  Neptalims,  Sebulons,
            
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