214 Scherer.
Richtung sind erlaubt und müssen fortwährend vorgenommen
werden.
Der Prolog wäre im Allgemeinen wol A zuzuschreiben,
aber es findet sich Köning : zu ging, ein Versschluss felschlich
vorklägt.
I. 1. setzt entschieden B ein:
0 Herr Gott wer kan so reichlich
Ehren, lobdn vnd preisen dich,
Vor all deine gnad vnd wolthdt
Die deine giithe vns erzeigt hat, u. s. w.
Es folgen Versschlüsse wie der gnad dein, der schlang
list, erzürn (d. h. erzürnen) thüt, die Syndtflüt, wasser hinfiirdt
(hin führte), allein vnrecht, zu alt wdr, gefürt fein, vörlassn
(verlassen) dich, zu vberfaln kam, erschin klär, erretst
mich, und angst stund, und gnad fvindt, die sterck gab. Wiederholt
-lieh in zweisilbigen Wörtern. So vier Seiten lang, auf
der fünften mit dem vorletzten Absatz aber fängt deutlich
A an; blos die vier letzten Verse der Scene möchte man eher
wieder B Zutrauen (was bin ich : gäntz reichlich).
Die Betheiligung beider Autoren lässt sich hier sehr gut
erklären. Was ich A zuschreibe, ist der ursprüngliche Bestand
dieses Monologes; er enthält alles Wesentliche, was B durch
autobiographische Rückblicke nicht verbessert; und so werden
wir B noch sonst kennen lernen, er hat eine Neigung redselige
breite Gebete, Betrachtungen, Monologe einzufügen.
Sehr eigenthümlich ist die Art, wie B Verse mit klingendem
Ausgang behandelt. Man kann zweifeln, ob sie trochaisch
oder ganz barbarisch mit dem Ton auf den letzten
'schwachen Endsilben zu lesen sind: jedenfalls aber sind die
Silben nur gezählt, die Zeilen dürfen nicht länger als die
stumpfen sein. Z. B.:
Nicht allein (1. alleine) hast getragen
Sondern yhn auch lasn Zusagen
Das solt vom weih geborn werden
Der erlöst was wer auff erden
Trochaische Lesung könnte man für wahrscheinlicher
halten, weil dabei die Zahl der unnatürlichen Betonungen vermindert
wird. Aber in Fällen, wie die folgenden, scheint die