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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 90. Band, (Jahrgang 1878)

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Scherer.

Was  M.  Andreas  Gassmann,  den  Ludimoderator  zu  Rochlitz, ­
  betrifft,  so  sagt  er  ausdrücklich  in  der  Widmung  an  die
Kurfürstin  Sophie  zu  Sachsen  (datirt  aus  Rochlitz  am  Tage
Andreae  1609),  dass  er  die  Historie  des  Patriarchen  Joseph,
welche  Aegidius  Hunnius  in  zwei  lateinische  Comödien  gebracht,
,in  eine  Deutsche  Comoediam,  dem  gemeinen  Manne  zu  gute,
nicht  zwar  de  verbo  ad  verbum,  so  viel  zu  solcher  action  von
nöthen  gewesen,  zu  transferiren  und  einzubringen'  sich  unterwunden ­
  habe.  Dieselbe  sei  vor  sieben  Jahren,  Mittwochs  nach
Trinitatis  1603  zu  Rochlitz  von  ihm  agiret  worden.  Sie  wird
dann  im  Prolog  nochmals  als  das  Werk  des  Aegidius  Hunnius
bezeichnet.  Und  das  bestätigt  die  Vergleichung  im  Allgemeinen
durchaus.  Aber  der  Verfasser  hat  gewiss  noch  andere  Stücke
daneben  benutzt;  Einiges  erinnert  an  Brunner,  Anderes  muss
er,  wie  den  Namen  Moecha,  aus  Leschke  oder  dem  alten  Magdeburger ­
  Stück  entnommen  haben:  so  wenn  bei  der  Untersuchung
der  Säcke  mit  jedem  Einzelnen  nach  der  Reihe  gesprochen  wird.
Leschke  seinerseits  verhehlt  in  der  Widmung  (Zum  Lauban
11.  Februar  1571)  auch  nicht,  dass  er  das  Stück  ,ausz  etlichen
Alten  weitleufftiger  gemachten  spielen  kurtz  gefast',  setzt  aber
hinzu:  ,Vnd  doch  mit  viel,  vnd  fast  mehrertheils  newen  Reimen'.
Er  hat  aber  hauptsächlich  die  Arbeit  von  Major  und  Greff
benutzt,  wie  eine  Uebersicht  lehren  mag.  Er  kürzt  die  Vorlage ­
  z.  B.  in  dem  Monolog  von  Mecha:
Fürwar  ich  weisz  nicht  was  ich  mach
Mir  leid  im  sinn  ein  grosse  sach,
Des  newen  knechtes  schön  gestalt
Macht  mir  gedancken  mannigfalt,
Ja  wo  er  mir  nicht  wird  zu  theil
So  ist  dahin  mein  trost  vnd  heil,
Ich  wil  jm  freundlich  sprechen  zu
So  lang  bisz  er  mein  willen  thu,
Es  schickt  sich  gleich  zu  dieser  frist
Dieweil  mein  Herr  abwesend  ist,
Dort  seh  ich  gleich  den  Knecht  her  gehn
Wie  könd  mir  besser  je  geschehn.
Im  Folgenden  sind  ungenaue  Reime  gebessert  und  das
Metrum  geglättet.  —  Stellenweise  finden  wir  Thiebold  Gart
herbeigezogen:  so  im  ersten  Act,  wenn  ,Beria'  den  Joseph  zurecht ­
  weist,  wenn  das  Essen  den  Uebelthätern  nicht  schmeckt;
            
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