Deutsche Studien.
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In einem Nürnberger Druck (,Ein kurtz vnd seer [ schön
spil, von der | Gotfürchtigen vnd keuschen | frawen SusannaJ
Schluss: ,Gedruckt zu Nürnberg durch Kunegund Hergotin'.)
wird statt dessen gesagt: ,Nürnberg es wider werden soF.
Der Prolog legt ferner, um es beiläufig anzuführen, ein
Zeugniss für die völlige Decorationslosigkeit jener ältesten
Schulbühnen ab:
Das ist auch der sehSne garten
Inn dem die zween alten warten,
Die Susanna zu bezwingen
Es wolt jn doch nicht gelingen,
Dieser gart ist gar hübsch vnd schSn
Von kreutern vnd viel beumen grün,
Welchen so euch zu sehen glust
Gar scliarff brillen jr haben must.
Der Epilog stellt in Aussicht, den anderen Tag ungefähr
um halb drei würden die beiden alten Bösewichte gerichtet
werden: ,Wo jhr sie nun wöllet sehen, so kompt zeitlich vor
das radthaus'. 1
Das Stück schliesst nämlich mit der Ueberführung der
Kläger durch Daniel und mit einem Dankgebete Susannas.
Es hat bei aller Kürze seine bemerkenswerthen Vorzüge. Die
beiden Alten führen sich mit einem Gespräche ein, woraus
sich ergibt, dass sie beide in stürmischer Ehe leben und von
ihren Frauen schlecht behandelt werden. Die Vorliebe der
Zeit für satirische Schilderung schlechter Ehen geht mit dem
Bedürfnisse nach einiger Motivirung aus den Charakteren Hand
in Hand. Dass die alten Verführer keines guten Rufes gemessen,
wird dann wiederholt hervorgehoben, wie anderseits
Joachim von vornherein die Keuschheit seiner Frau hochpreist.
Seltsam, dass er nachher gar nicht eingreift und beinah völlig
verschwindet; man könnte denken, der ganze erste Act sei
1 Die Stelle ist aus dem erwähnten Nürnberger Druck angeführt hei
Herman Grimm Essays (1859) S. 14Gf., wo nachgewiesen, dass Herzog
Heinrich Julius wahrscheinlich dies alte Magdeburger Stück kannte und
benutzte, wo auch die übrigen deutschen Susannen des sechzehnten
Jahrhunderts herbeigezogen. Das Spiel der Wiener Hs. ist in Keller’s
Fastnac.htsp. Nachlese S. 231 und Germ. 22, 312 gedruckt. Ueber Sixt
Birck’s Susanna vgl. A. D. Biogr. 2, (i57: sie, ist besser als die Rebhun’sche,
diese hat davon gelernt, namentlich die Kinderscenen.
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